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Sebastian Rosen im Interview: Wie er mit den Kritikern in der Partei umgeht

Sebastian Rosen im Interview: Wie er mit den Kritikern in der Partei umgeht
Sebastian Rosen will nächster CDU-Parteivorsitzender für Neuss werden. FOTO: Violetta Fehse
Neuss. Am 20. März wird der neue CDU-Parteivorsitzende gewählt. Neben Prof. Dr. Jürgen Brautmeier stellt sich Ratsherr Sebastian Rosen dem Votum der Parteimitglieder. Wie er die Wahl für sich entscheiden will, verriet er dem Stadt-Kurier im Interview. Von Violetta Fehse

Rund eine Woche ist es nun her, dass Dr. Jörg Geerlings verkündete, nicht mehr für das Amt des Parteivorsitzenden anzutreten. Wie haben Sie die Nachricht aufgenommen?
Ich hatte vorher schon gehört, dass Geerlings sich nicht mehr zur Wahl stellen würde, aus diesem Grund war es keine große Überraschung für mich. Ich halte es nur für schwierig, die Partei zwei Wochen vor den Wahlen vor die große Aufgabe zu stellen, einen neuen Vorstand zu finden.

Geerlings teilte aber mit, noch im Vorstand mitarbeiten zu wollen...
... Und dazu ist er auch herzlich eingeladen. Ich bin ohnehin dafür, dass die verschiedensten Meinungen in dem Vorstand vertreten werden sollten. Sicher passt meine Nase nicht jedem. Das muss aber auch nicht sein. Es ist doch schlecht, willfährige Menschen um sich zu sammeln, vielmehr soll es einen gesunden Wettstreit der Ideen geben.

Was seine Nachfolge betrifft, hat Geerlings gleich einen Wunschkandidaten präsentiert. Prof. Dr. Jürgen Brautmeier war zuletzt zwei Mal erfolgreich als Wahlkampfleiter in Erscheinung getreten. Warum glauben Sie der Partei bessere Impulse und mehr Stabilität verleihen zu können als Ihr Kontrahent?
Gerade vor den Veränderungen der Parteienlandschaft und der Stadt halte ich es für wichtig, einen Vorsitzenden aufzustellen, der über einen längeren Zeitraum eine gute Perspektive bietet. Und ich kenne diese Partei wie meine Westentasche. Zehn Jahre lang war ich Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung, zuvor war ich Geschäftsführer der Jungen Union. Fünf Jahre bevor ich selbst für den Stadtrat kandidierte, unterstützte ich andere Parteimitglieder. Ich kenne viele Ortsteile, kann Wahlkampf. Und ich bin ehrenamtlich engagiert, in der Kirche und als Schütze.

Dennoch gibt es viele kritische Stimmen gegen Ihre Person. In der offiziellen Pressemitteilung der CDU wurden Sie noch nicht einmal als Kandidat erwähnt. Hinter Ihrem Rücken wird getuschelt. Wie gehen Sie damit um?
Ich kann nur alle dazu einladen, persönliche Defizite zu überwinden und über Sachthemen zu sprechen. Wir sollten versuchen, eine gesunde Mischung aus Alt und Jung, Mann und Frau auf die Beine zu stellen. Nur mit geeinten Kräften können wir die nächste Kommunalwahl für uns entscheiden.

Nicht nur parteiintern polarisieren Sie. In den sozialen Netzwerken wird viel über Ihre Kandidatur diskutiert. Warum sind die Menschen so kritisch mit Ihnen?
Zu jeder Position gibt es doch eine Gegenposition. Ich bin kein Mensch, der anderen nach dem Mund redet. Das mag vielen nicht passen. Was ein völlig falsches Signal wäre, ist Ruhe in die Partei bringen zu wollen. Wir brauchen den gesunden Wettstreit, wir brauchen Impulse.

2014 haben Sie einen beachtlichen Erfolg bei der Wahl zum Bürgermeisterkandidaten 2014 erreicht, haben nach Thomas Nickel die meisten Stimmen gewinnen können. 2016 – bei den Vorstandswahlen – sah es anders aus. Sie wollten Schriftführer werden, unterlagen aber Sigurd Rüsken. Bei der Wahl zum Schatzmeister wollten Sie zuerst antreten, zogen aber dann doch zurück. Warum wird es diesmal besser laufen?
Ich bin nicht mehr als Schatzmeister angetreten, weil Jakob Beyen es tat. Von Anfang an habe ich aber betont, dass ich die Verantwortung übernommen hätte, wenn es kein anderer getan hätte. Zum Schriftführer kann ich nur sagen, dass ich Herrn Rüsken schätze und es sportlich nehme. Ich habe auch mit ihm gesprochen, er würde gerne mit mir im Vorstand zusammenarbeiten.

Wie bereiten Sie sich auf den 20. März vor und wie wollen Sie die CDU-Mitglieder auf Ihre Seite bringen?
Ich biete überall das Gespräch an. Brautmeier und ich haben uns bereits der Jungen Union und der Fraktion vorgestellt. Wer mich sprechen will: Ich stehe gern zur Verfügung. Meine Telefonnummer ist öffentlich.

(Kurier-Verlag)