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Wer hat sich das bloß ausgedacht? NRW-Party kollidiert mit Schützenfest

Wer hat sich das bloß ausgedacht? NRW-Party kollidiert mit Schützenfest
Das Neusser Schützenfest bekommt in diesem Jahr Konkurrenz. Ausgerechnet in Düsseldorf wird zeitgleich ein großes NRW-Geburtstags-Spektakel veranstaltet. FOTO: Foto: Fotoatelier Bathe
Neuss. Neusser Schützen reiben sich die Augen. Ausgerechnet an ihrem Wochenende veranstaltet das Land Nordrhein Westfalen nebenan in Düsseldorf eine riesige Geburtstagsparty mit Festumzug, Musikacts und allem drum und dran. Eingeladen sind alle Bürger aus NRW – Neusser haben das Nachsehen, denn das letzte Augustwochenende ist für sie schon fest verplant... Von Violetta Buciak

Zum 70. Geburtstag des Landes NRW werden alle Geschütze aufgefahren, über drei Tage wird eine riesen Party für alle Bürger organisiert. Im Bereich Altstadt sollen mindestens sieben Bühnen für ein buntes Rahmenprogramm sorgen. Unter anderem gibt es eine lange Kulturmeile und den traditionellen Festumzug am Samstag. Zeitgleich sorgt das Gourmet Festival an der Königsallee für kulinarische Genüsse.

Und das alles am großen Neusser Schützenwochenende. Da wundern sich auch die Rösken: "Habe ich das richtig verstanden? Größte NRW-Geburtstagsfeier mit mehr als einer Million Besucher in Düsseldorf: Am letzten Wochenende im August in Düsseldorf? Musste das sein, wenn auf der benachbarten anderen Rheinseite in Neuss das größte Schützenfest gefeiert wird?", ärgert sich Jutta Stüsgen auf ihrer Facebookseite. "Es ist doch schade, dass ich als Nüsser Rösken nicht bei dieser tollen Geburtstagsfeier dabei sein kann. Denn mal ganz ehrlich: das Programm ist wirklich super, ich wäre gerne nach Düsseldorf gefahren", ergänzt die Neusserin.

Auch Schützenpräsident Thomas Nickel findet die Terminlegung problematisch. "Ich glaube, das Land und die Stadt Düsseldorf haben uns Neusser nicht auf dem Zettel gehabt und einfach nicht daran gedacht, dass bei uns zeitgleich das größte Schützenfest Deutschlands stattfindet. Eine böse Absicht dahinter gibt es sicherlich nicht", stellt Nickel klar. Dass es nun weniger Besucher in der Quirinusstadt geben werde, glaubt der Schützenpräsident nicht. "Wie sich das auf unsere Kirmes auswirkt, kann ich dagegen gar nicht abschätzen", so Nickel. Und was sagt das Land NRW zu der ungünstigen Terminlegung?

"Der Termin zum NRW-Tag war ein Vorschlag der Stadt Düsseldorf. Bei der Terminfindung mussten einige Kriterien beachtet werden: Der Termin sollte nicht während der Schulferien (bis zum 23. August) stattfinden und gleichzeitig nah genug am Landesgeburtstag (23. August) sein. Im Zuge der Terminfindung wurde auch darauf geachtet, den Festumzug zum NRW-Tag nicht am Schützenfest-Sonntag und somit nicht parallel zur Parade und zum sonntäglichen Schützenfestumzug stattfinden zu lassen", erklärt Maurizio Gemmer vom Landespresse- und Informationsamt. Bürgermeister Breuer sieht dem Ganzen entspannt entgegen: "2006 gab es diese Terminkollision schon mal und es war kein Problem. Nichtsdestotrotz werde ich meine Einladung nach Düsseldorf ausschlagen, da ich in Neuss zu sehr eingespannt bin."

(Kurier-Verlag)