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Wie in Dormagen: Bäume unter Autobahnbrücke werden zur Gefahr

Wie in Dormagen: Bäume unter Autobahnbrücke werden zur Gefahr
Diese angekohlten Baumstämme direkt unter einer Neusser Autobahnbrücke erinnerten Arthur Rupprecht stark an die Dormagener Katastrophe von vor rund vier Jahren. FOTO: Foto: V. Buciak
Neuss/Dormagen. Es war eine Schreckensnachricht vor rund vier Jahren. Weil Unbekannte unter der Autobahnbrücke in Dormagen zündelten, entstand Rauch, der zu einem Massenunfall führte. Ein 29-jähriger Jüchener starb. Jetzt haben Anwohner in Neuss Sorge, dass sich dieser Fall wiederholen könnte: In Gnadental gibt es eine ähnliche Gefahrenstelle durch Baumstapel unter einer Autobahnbrücke. Auch hier wurde bereits gezündelt... Von Violetta Buciak

Noch immer sind die Folgen der katastrophalen Tat in Dormagen zu spüren. Die Autobahnbrücke auf der A 57 zwischen Dormagen und Nievenheim ist bis heute nicht vollständig erneuert. Die Täter wurden nie gefunden. Damals waren es Kunststoffrohre, die mit Brandbeschleuniger angezündet wurden. Arthur Rupprecht, aufmerksamer Anwohner aus Gnadental, ist eine ähnliche Gefahrenstelle in seinem Heimatort aufgefallen. Nach Sturm Ela wurden im Waldgelände hinter den Häusern der Kölner Straße dutzende Baumstämme aufgestapelt – in unmittelbarer Nähe der Autobahnbrücke A 57.

Im Juli wurde bereits an einem der Stapel gezündelt. Nur durch Glück ist nichts schlimmeres passiert. Einem Spaziergänger, der gegen 2.55 Uhr mit seinem Hund unterwegs war, entdeckte den Brand, informierte sofort die Polizei. Zwei weitere Monate lagen die verkohlten Holzstapel im Naturschutzgebiet herum. "Das lockt Nachahmer an", klagte Rupprecht.

Noch während der Stadt-Kurier-Recherche wurden die Holzstapel reduziert. "Zwischenzeitlich wurden etwa 80 Prozent des Holzes abgefahren. Restbestände liegen noch in Höhe des Sporthafens und des Bolzplatzes an der Kölner Straße. Diese werden noch im Oktober entsorgt", bestätigt Stefan Hahn, Beigeordneter der Stadt Neuss. Die Anwohner können also aufatmen.

(Kurier-Verlag)