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Zustände wie in Idomeni: Neusser helfen, wo es wehtut

Zustände wie in Idomeni: Neusser helfen, wo es wehtut
So sah es bis vor kurzem in Dünkirchen aus. Auch die Ärzte ohne Grenzen engagieren sich seit Monaten dort, haben inzwischen Notunterkünfte ausgebaut. Jetzt will auch eine Neusser Truppe helfen. FOTO: Foto: Jon Levy/Ärzte ohne Grenzen
Neuss. Die Flüchtlinge stehen bis zum Knöchel im Schlamm, nachts kriechen die Ratten in die Zelte. Szenen, die man aus Idomeni an der europäischen Grenze vermutet, spielten sich noch bis vor wenigen Wochen mitten in Frankreich ab. Eine Truppe von Neussern will jetzt dort helfen, wo es am dringendsten nötig ist. Am kommenden Samstag soll es zum Camp "La Linière" gehen. Geldspenden sind dringend erwünscht. Von Violetta Buciak

Ratsherr Mirza Kehonjic-Thiede konnte es nicht fassen, als er die Bilder zum ersten Mal sah. Als junger Mann ist er vor 24 Jahren selbst vor dem Krieg in Bosnien geflüchtet, hat damals viel Hilfe bekommen. Jetzt will er etwas zurückgeben. In Dünkirchen lebten bis vor kurzem 2.500 Menschen in einer Zeltstadt, ihnen standen gerade mal 40 Dixiklos zur Verfügung.

Inzwischen wurden die Bedingungen dank Ärzte ohne Grenzen gebessert, neue Notunterkünfte ausgebaut. Dennoch ist Hilfe weiter nötig. "Mir war sofort klar, dass wir hinfahren müssen", so der Ratsherr. Schnell taten er und seine Kollegen der Genobank sich zusammen, bekamen Unterstützung der gesamten Belegschaft. Bepackt mit Sachspenden geht es am Samstag bereits um 4 Uhr los. Geldspenden für Anschaffungen wie Schlafsäcke werden noch bis Freitag entgegen genommen.

Mirza Kehonjic-Thiede
IBAN: 69370605900004654536
Spardabank West
Verwendungszweck: Dünkirchen

(Kurier-Verlag)