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Kaarster helfen Flüchtlingen bei der Wohnungseinrichtung

Kaarster helfen Flüchtlingen bei der Wohnungseinrichtung
Uschi Baum hatte zur Hilfsaktion aufgerufen, die Resonanz war überwältigend: Rony (links) und Karim freuen sich über die neue Wohnung samt Einrichtung. FOTO: Foto: Rolf Retzlaff
Vorst. Diese jungen Syrer meinen es ernst mit der Integration: Rony (27) und Karim (21) wollen in Frieden leben, studieren und so schnell wie möglich auf eigenen Füßen stehen. Der erste Schritt ist getan. Sie durften jetzt eine von der Stadt Kaarst angemietete Wohnung beziehen. Und die Flüchtlingshilfe Kaarst hatte mit einem Aufruf eine beispiellose Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Von Rolf Retzlaff

Der eine studierte in seiner Heimat Jura, der andere Wirtschaft; jetzt träumen sie davon, in Deutschland das Studium zu Ende führen zu können. Zurzeit pauken sie fleißig Deutsch, bereiten sich auf Sprachtests vor, die sie absolvieren müssen, um an der Hochschule angenommen zu werden. Doch an Lernen war bisher kaum zu denken, Karim und Rony waren im Flüchtlingswohnheim am Bäumchensweg untergebracht. „Mit vier Personen in einem Zimmer, das war sehr eng“, so Karim. Uschi Baum, Stellvertretende Bürgermeisterin und „Motor“ der Flüchtlingshilfe Kaarst, hatte den beiden die Wohnung in Vorst vermitteln können. Die Räume waren natürlich leer, die Männer standen ohne Möbel und Hausrat da. Spontan rief Uschi Baum auf der Facebookseite der Flüchtlingshilfe Kaarst zum Spenden auf. „Innerhalb von drei Stunden hatte ich eine Wohnungseinrichtung zusammen, auch hatten sich ausreichend Helfer für den Umzug gemeldet“, erinnert sich Baum, „wenn ich an diese tolle Hilfsbereitschaft denke, bekomme ich jetzt noch Gänsehaut.“ Von Tischen und Stühlen bis hin zu Sofa, Schrank und Mikrowelle – alles wurde gespendet. Dank einiger Geldspenden war auch ein Einkauf bei einem Kaarster Möbelhaus drin. Und nur wenige Tage später wurde diese Aktion wiederholt; diesmal durfte sich eine fünfköpfige Flüchtlingsfamilie über die Riesenunterstützung beim Einrichten ihrer neuen Wohnung freuen.

Die Stadtverwaltung hat bisher rund 50 private Wohnungen für so genannte Wohnungsnotfälle angemietet, ist aber weiter auf der Suche. Angebote nimmt Frank Schnitker per E-Mail (frank.schnitker@kaarst.de) entgegen. Bitte Wohnungsgröße, Anzahl und Größe der Zimmer, Ausstattung, Mietpreis, Nebenkosten, Zeitpunkt der Vermietung und Besichtigungstermin sowie Ansprechpartner mit Telefonnummer angeben.

(Kurier-Verlag)