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Straßennamen führen durch die Kaarster Stadtgeschichte

Straßennamen führen durch die Kaarster Stadtgeschichte
Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus (2. von rechts), Kulturdezernent Dr. Sebastian Semmler (4. von rechts, hinten) und Kulturbereichsleiter Dieter Güsgen (2. von links) freuen über das ehrenamtliche Engagement des Arbeitskreises Stadtgeschichte. FOTO: Rolf Retzlaff
Kaarst. Wissen Sie, welche Rolle "Trinas Sandloch" beim Bau der Cusanusstraße spielte? Warum wurde dem Heiligen Ludgerus eine Straße in Büttgen gewidmet? Wie kam die Gümpgesbrücke zu ihrer Bezeichnung? Fragen, die unter kaarst.geschichte-in-strassen.de beantwortet werden. Von Rolf Retzlaff

Rund drei Jahre lang recherchierte der Arbeitskreis Stadtgeschichte, führte Gespräche mit Zeitzeugen, stöberte im Stadtarchiv. Medienfachmann Frank Ahlert hat die Ergebnisse auf einer Website zusammen gestellt. Dabei herausgekommen ist ein informativer und unterhaltsamer Spaziergang durch die Kaarster Stadtgeschichte.

Wie sagte schon der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Büttgen, Eduard Klüber: "Straßennamen sind Urkunden besonderer Art, denen bei der Erforschung der geschichtlichen Vergangenheit unserer Heimat eine beachtenswerte Bedeutung zufällt." Doch "Geschichte in Straßen" ist viel mehr als nur trockener Geschichtsunterricht: Auf zahlreichen Fotos kann der Kaarster mitverfolgen, wie seine Straße zu früheren Zeiten aussah. Interessant sind auch die kleinen Geschichten rund um die Straßen, unter anderem mit Vorstellungen von Persönlichkeiten und kleinen Anekdötchen.

Rund 60 Straßen aus allen Ortsteilen sind zurzeit auf der Website zu finden. "Ziel ist es, alle 529 Kaarster Straßen zu präsentieren", sagt Kultur- und Stadtmarketingbereichsleiter Dieter Güsgen. "Das Interesse bei den Bürgern, mehr über ihre Stadt zu erfahren, ist sehr groß", weiß Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus. Und Kulturdezernent Dr. Sebastian Semmler macht deutlich, dass das Projekt nicht ohne ehrenamtliche Hilfe zu stemmen gewesen wäre.

Der Arbeitskreis Geschichte trifft sich jeden Montag im Stadtarchiv – doch diese Treffen reichten für die Recherchearbeit bei weitem nicht aus. Archivleiter Peter Brinkmann mischte kräftig mit – und auch wenn er bald in Ruhestand geht, wird er dem Arbeitskreis erhalten bleiben. Eine gute Nachricht, denn es werden weiter Ehrenamtler gesucht, die Interesse haben, die Geschichte ihrer Stadt zu erforschen. Seit 2006 hat der Arbeitskreis drei Bildbände "Geschichte in Bildern" veröffentlicht. Das Projekt "Straßennamen" wurde bewusst ins Internet verlegt: So können die Beiträge stetig aktualisiert und erweitert werden. Ideen können schnell umgesetzt werden. So werden auf der Homepage auch Kaarster Flüsse, Bäche und Seen vorgestellt.

Der Arbeitskreis ist weiter auf der Suche nach Fotos, Aussagen von Zeitzeugen und allem, was zur Erforschung der Kaarster Stadtgeschichte beiträgt. Weitere Infos gibt es im Stadtarchiv unter Tel. 987 245 und über die Homepage: www.kaarst.geschichte-in-strassen.de.
Übrigens: Die Bezeichnung Gümpgesbrücke wurde inspiriert durch eine Gaststätte, die damals in der Nähe der Brücke von der Familie Gümpkes betrieben wurde - nachzulesen auf der neuen Internetseite.