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Die Redaktion hat gewählt: Das sind unsere Menschen des Jahres 2015

Die Redaktion hat gewählt: Das sind unsere Menschen des Jahres 2015
FOTO: Violetta Buciak
Neuss / Kaarst. Schon wieder ist ein Jahr wie im Flug vergangen. Zeit, um ein Resümee zu ziehen. Was war los in Neuss und Kaarst? Gab es Höhepunkte, Katastrophen, Pannen oder Triumphe? – Von allem wohl ein bisschen. Wir von der Stadt-Kurier- und Kaarster Stadtspiegel-Redaktion finden, dass es sehr schöne und ereignisreiche Monate waren. Was war nicht alles los bei uns?  Von Violetta Buciak, Thomas Broich, Hanna Loll


Angefangen beim fantastischen Neusser Bürger-Schützenfest mit einem spannenden Königsschießen zum Abschluss und dem Bundesschützenfest in Büttgen bis hin zu den ankommenden Flüchtlingen und der anschließenden Hilfsbereitschaft – in der Region wurde es nie langweilig. Großes Thema in Neuss und Kaarst waren in diesem Jahr die Bürgermeisterwahlen. Mit Herbert Napp und Hans-Josef Moormann sind zwei große Persönlichkeiten in den Ruhestand gegangen.

Die Wahlen waren spannender denn je. Eines ist sicher: Was für Ereignisse uns auch immer beschäftigten, jedes Mal standen Menschen dahinter. Starke Persönlichkeiten, die mit ihrem Engagement Berge versetzen konnten. Wer ist Ihr Mensch des Jahres 2015? Vorschläge per E-Mail an: redaktion@stadt-kurier.de

Jetzt schon historisch: Reiner Breuer
Er hat das geschafft, was noch niemand sonst vor ihm geschafft hatte: Reiner Breuer ist der erste Neusser, der sich als SPD-Bürgermeisterkandidat durchsetzen konnte. 
Dass er das Rennen machen könnte, war im schwarzen Neuss für viele undenkbar, aber nicht unmöglich. 
Eine Sensation hingegen war die Tatsache, dass Breuer die Wahl bereits im ersten Wahlgang für sich entscheiden konnte und mit 54 Prozent eine deutliche Mehrheit erzielte. Ausgelassen wurde der Erfolg gefeiert, es flossen Freudentränen, es wurde gejubelt wie nach einer erfolgreichen Fußball-Weltmeisterschaft. Für die SPD ein unvergesslicher Abend.

Super-Bowl-Star Sebastian Vollmer
Nicht nur für Kaarst, sondern für ganz Deutschland eine Sensation: Als Right Tackle der New England Patriots bezwang der Kaarster Sebastian Vollmer im Super-Bowl die favorisierten Seattle Seahawks in einem packenden Zitterfinale am 1. Februar (Ortszeit, MEZ: 2. Februar), das 24:28 ausging. Mit einer Körpergröße von 2,03 Meter und einem Gewicht von 145 Kilogramm machte er sich an seine Aufgabe, den Weg für den Quaterback frei zu halten, die Gegner aus dem Weg zu räumen und so seinen Teamkollegen die Möglichkeit geben, einen Touchdown zu erzielen – und hat ein fantastisches Spiel hingelegt. Als erster Deutscher sicherte er sich den heiß begehrten Super-Bowl-Ring. So viel Einsatz hat uns restlos begeistert!

FOTO: Getty images

Waltraud Beyen: die Norfer Kümmererin 
Waltraud Beyen ist bescheiden. Sie will nicht in der Öffentlichkeit als Kümmererin dargestellt werden. Deshalb wissen viele Menschen nicht, was diese Powerfrau alles leistet. Wir finden, dass es endlich Zeit dafür ist, dass Beyen für ihr riesengroßes Engagement geehrt wird. Rund um die Uhr ist die Stadtverordnete im Einsatz, hilft Bedürftigen bei den Hürden des Alltags. Unentwegt klingelt ihr Telefon und immer nimmt sich die Norferin Zeit.
Sie ist nah dran am Bürger, trägt ihre Wünsche in die Ausschüsse und den Stadtrat. So sollte es sein!

Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus
Zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt Kaarst "regiert" eine Frau. Damit setzte sie sich gegen Christian Gaumitz vom Fünfer-Bündnis durch. Erfreulich: Die Wahlbeteiligung lag in Kaarst bei knapp über 50 Prozent und damit über dem Durchschnitt im Rhein-Kreis Neuss. 
Dr. Nienhaus tritt in große Fußstapfen, geht aber voller Engagement an die Arbeit. Wichtige Aufgaben stehen bevor: von der Ikea-Umsiedlung, dem Bau eines Vorster Jugendzentrums und dem Feuerwehrgerätehaus bis zur Flüchtlingspolitik. 

Mit Herz und Tatkraft: Uschi Baum hilft Flüchtlingen in Kaarst und Umgebung
Sie hat nicht weggeschaut, sie hat angepackt. Uschi Baum, stellvertretende Bürgermeisterin von Kaarst hat sich den Titel "Mensch des Jahres" verdient. Von Anfang an, organisierte die Kaarsterin, erkannte sofort worauf es ankommt.
Angefangen bei "Die Flüchtlingshilfe Kaarst", einem Zusammenschluss von Menschen, die ehrenamtlich helfen möchten, bis hin zu kompletten Wohnungseinrichtungen – Uschi Baum hat vieles möglich gemacht. Dabei hatte sie immer ein tatkräftiges Team hinter sich. Helfer die ebenso engagiert waren, aber lieber im Hintergrund geblieben sind.
 Unsere Redaktion kürte Uschi Baum auch stellvertretend für all diese Ehrenamtler zum Mensch des Jahres. All jene, die nicht lange überlegt haben und anpackten, die ihre Zeit und ihr Ohr spendeten, die für warme Bekleidung und erste Einrichtungen sorgten, verdienen höchste Anerkennung und Respekt. Das sind unsere Menschen des Jahres 2015.

FOTO: einzigARTig

Martin Kluth: Happy End für Weckhoven
Der Aufbau eines Dorfarchivs für Weckhoven war so etwas wie das Lebenswerk für Martin Kluth. Als der Neusser Bauverein das Hochhaus abreißen lassen musste, in dem das Archiv untergebracht war, fürchtete Kluth um das Ende seiner Sammlung, doch er kämpfte weiter und erzielte doch noch ein Happy End: Das Stadtarchiv Neuss hat sein Material übernommen. Der Bestand trägt nun die Archiv-Bezeichnung D.07.D.03. und ist für alle Interessierten im Stadtarchiv an der Oberstraße einzusehen und zu benutzen. Kluth, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feierte, hat 50 Jahren lang dafür gesammelt. 

Franz-Josef Moormann: ein Bürgermeister mit Herz
16 Jahre lang war Franz-Josef Moormann Bürgermeister der Stadt Kaarst. In dieser Zeit sammelte er viele Sympathien und auch wenn es immer schwer fällt, einen solchen wichtigen Posten zu verlassen, so konnte er das mit einem guten Gefühl tun, denn in seiner Amtszeit hat er viel für die Stadt Kaarst und deren 43.000 Einwohnerinnen und Einwohner geleistet. Dafür gab es auch direkt die Jan-van-Werth-Ehrenplakette. Die Ehrenplakette ist die zweithöchste Auszeichnung der Büttger Schützen-Bruderschaft. "Bürgermeister Moormann ist ein Freund der Schützen", betonte Brudermeister Ludger Heintz. 
Mit einem Großen Zapfenstreich haben die fünf Kaarster Schützenbruderschaften gemeinsam Bürgermeister Franz-Josef Moormann zu seinem Abschied geehrt. Landtagsabgeordneter Lutz Lienenkämper (CDU) brachte es dabei auf den Punkt: "Sie waren nie nur Verwaltungschef, sondern jemand, der Schwerpunkte gesetzt, die Stadt gestaltet und Kaarst zum Besseren entwickelt hat. Jemand, der die Meinung des Stadtrats und der Bürger schätzt!"