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Dieses Fahrzeug soll in NRW einzigartig sein
Mobile Wache macht Polizei euphorisch

Mobile Wache macht Polizei euphorisch
Erster Polizeihauptkommissar Günter Seibert und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. FOTO: Hanna Loll
Neuss/Kaarst. "Wir sind euphorisch!", strahlt Polizeihauptkommissar Stephan Hoffmann mit Blick auf das neue Multifunktionsfahrzeug, das auf dem Parkplatz der Kreispolizeibehörde steht. Kein Wunder, denn der sieben Meter lange Mercedes Sprinter hat die neuste Technik an Bord. Von Hanna Loll

Zwei voll ausgestattete Arbeitsplätze sollen den Beamten ihre Arbeit erleichtern – dort finden sie alle Systeme, die es auch in der Leitstelle an der Jülicher Landstraße gibt, Digitalfunk, eine Telefonanlage, Whiteboards, einen Drucker mit Scan- und Fax-Funktion und vieles mehr. Polizeihauptkommissarin Sonja Schmidt übernimmt die Leitung der mobilen Wache. "Zwei Jahre hat die Projektierung gedauert", verrät Polizeifahrzeug-Experte Hoffmann, "dann noch mal ein halbes Jahr, bis das Fahrzeug fertig war."

Schließlich war es eine Spezialanfertigung, ausschließlich für die Kreispolizeibehörde Neuss, die bei der Firma Esser in Mühlheim-Kärlich bestellt wurde. "Wir werden es nutzen, um innere Sicherheit zu erzeugen und zu verbessern – die neu mobile Wache ist dafür genau das richtige Mittel. Wir arbeiten jetzt mit Hochdruck an einer Art Fahrplan, nach dem das Fahrzeug an öffentlichen Plätzen und bei Veranstaltungen im Kreis unterwegs sein wird", weiß Hoffmann. "Auch bei ungeplant aufkommenden Lagen wird die mobile Wache eingesetzt – schließlich kann man von dort aus professionell Polizeieinsätze leiten", erklärt er und deutet auf die lange Antenne, die sechs Meter in die Luft ragt und eine große Reichweite garantiert.

Strahlende Gesichter vor der neuen mobilen Wache: Die Beamten sind begeistert von ihrer neuen Errungenschaft. FOTO: Hanna Loll

"Soweit wir wissen, ist unser Fahrzeug in NRW einzigartig", freut sich auch Abteilungsleiter Friedhelm Hinzen über das vielseitige Arbeitsgerät. "Wir können es auf viele Arten nutzen – als Befehlsstelle, für die präventive Beratung von Bürgern und um mehr Präsenz zu zeigen." Präsenz ist auch das Stichwort von Hans-Jürgen Petrauschke, in seiner Position als Landrat auch Chef der Kreispolizei. "Wir hören oft, dass die Polizei präsenter werden soll. Das wollen wir mit der mobilen Wache erreichen, vor allem auf Veranstaltungen. So können die Bürger den Kontakt zu den Beamten leichter finden. Die neue mobile Wache ist technisch viel besser ausgereift, als die alte."

Das alte Fahrzeug war neun Jahre lang im Kreis unterwegs. Ob es jetzt verkauft wird steht noch nicht fest, jedenfalls könne die Behörde nicht zwei mobile Wachen gleichzeitig unterhalten. Über den Preis des Hightech-Sprinters verrät Polizeisprecher Hans Kalinowski übrigens nichts – aber der Steuerzahler hat ja auch etwas davon...