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Trend: Immer mehr Menschen wollen wieder zur Kirche gehören +++ erste Eintrittsstelle gegründet +++ Eröffnung am Samstag

Trend: Immer mehr Menschen wollen wieder zur Kirche gehören +++ erste Eintrittsstelle gegründet +++ Eröffnung am Samstag
Die evangelische Pfarrerin Eva Brügge lädt zur Eröffnungsfeier der ersten Eintrittsstelle ein. FOTO: Foto: Violetta Buciak
Neuss. Wann immer in der Presse über die Kirche berichtet wurde, war meist die steigende Zahl der Austritte Thema. Dabei verzeichnen die Gotteshäuser zunehmend wieder positive Zahlen. Besonders die „Zurückkehrer“ werden mehr. Um den Wiedereintritt zu vereinfachen, wird am kommenden Samstag die erste Kircheneintrittsstelle im Rhein-Kreis Neuss eröffnet. Das Besondere: Auch geschulte Ehrenamtler sind berechtigt, den Vorgang durchzuführen. Von Violetta Buciak

„Kirchenaustritte passieren meist spontan“, analysiert die evangelische Pfarrerin Eva Brügge, Leiterin der Eintrittsstelle. „Oft sind es junge Menschen, die ihr erstes Gehalt bekommen haben und schlichtweg Geld sparen möchten. Auch bestimmte Ereignisse oder Skandale führen zu Austritten. Dabei machen die Menschen keinen Unterschied, ob es sich um die katholische oder evangelische Kirche handelt“, weiß die Seelsorgerin.

Die Rückkehr dagegen sei wohlüberlegt und folgt einem langen innerlichen Prozess. Laut einer EKD-Studie ist Grund Nummer eins der Wunsch, wieder dazugehören zu wollen, eine geistliche Heimat zu haben. Dabei sind es oft Menschen ab 40, die sich nach ihrer Kirche zurücksehnen – schwerwiegende Ereignisse wie der Tod des Partners oder eine schwere Krankheit tun ihr Übriges. Plötzlich wird Kirche wieder wichtig.

Die neue Eintrittsstelle soll eben diesen Menschen helfen, die Rückkehr so einfach wie möglich zu gestalten. „Wir wissen, dass die Scham und die Hemmschwelle bei vielen groß ist. Den üblichen Weg zum Pfarrer machen manche Menschen nicht“, weiß Brügge.

Die Eintrittsstelle – im Zentrum der City, im Haus der Diakonie, bietet ein niederschwelliges Angebot, einen anonymeren Rahmen und kaum bürokratischen Aufwand. Benötigt wird nur die Geburtsurkunde und die Austrittsbescheinigung. Nach einem ausführlichen Gespräch erfolgt auf Wunsch eine Segnung. Am Samstag, 20. Februar, wird um 11 Uhr im Haus der Diakonie, Am Konvent 14, Eröffnung gefeiert. Begonnen wird mit einem Gottesdienst, im Anschluss erfolgt ein Empfang.

Die Eintrittsstelle ist dann immer am Dienstag und Donnerstag von 16 bis 18 Uhr geöffnet.

Viele Neusser bevorzugen auch eine Religionszugehörigkeit in der römisch-katholischen und apostolischen Kirche. Gläubige, die wieder katholisch werden wollen, können sich an jeden Pfarrer wenden oder in den Pfarrbüros der einzelnen Kirchen vorsprechen. Vorteil für katholische Christen: Hier gibt es die Beichte und man kann sich aller Sünden zügig entledigen. Übrigens zeigen Studien: Wer eine Religion hat, ist glücklicher.

(Kurier-Verlag)