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Gladbacher Straße: Gerät die Verkehrsberuhigung ins Stocken?

Gladbacher Straße: Gerät die Verkehrsberuhigung ins Stocken?
Jürgen Kujawa – hier mit Christian Gaumitz – zeigt: Hier könnte ein Blumenkübel für Verkehrsberuhigung sorgen. FOTO: Rolf Retzlaff
Büttgen. Viele Anwohner kämpfen bereits seit sieben Jahren für eine Verkehrsberuhigung auf der Gladbacher Straße. Dann das Aufatmen: Am 23. Juni wurden im Verkehrsausschuss die notwendigen Maßnahmen auf Probe beschlossen, nachdem der Bürgermeisterkandidat Christian Gaumitz mit dem Fünfer-Bündnis im Rücken den entsprechenden Antrag auf die Tagesordnung hatte setzen lassen. Die Verwaltung wurde mit der Umsetzung beauftragt – doch es wird noch viele Wochen dauern, bis sichtbare Taten folgen. Wahltaktisches Kalkül oder verantwortungsvolles Handeln der Verwaltung? Von Rolf Retzlaff


 Auf der Gladbacher Straße im Bereich zwischen der Einmündung der Lichtenvoorder Straße und der Pampusstraße soll zur Probe eine Tempo-30-Zone eingerichtet und in Absprache mit den Anwohnern Baumkübel aufgestellt werden. Nach einer sechsmonatige Probephase soll dann untersucht werden, ob eine Verbesserung der Verkehrssituation eingetreten ist. "Wir sind davon ausgegangen, dass diese Maßnahmen schnell umgesetzt werden", so Anwohner Jürgen Kujawa, "es geht darum, lediglich 150 Meter Straße zu beruhigen."

Im Rahmen der Baumaßnahme am Berliner Platz seien die Tempo-30-Schilder in nur zwei Tagen aufgestellt worden, "warum klappt das nicht auf der Gladbacher Straße?", fragt er. Und auch die vorbereitenden Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung scheinen zum Teil nicht ganz rund zu laufen. Eine Verkehrszählung im betreffenden Bereich wurde an vier Tagen von der Kreispolizeibehörde vorgenommen – ausgerechnet während des Büttgener Schützenfestes und zum Teil am Wochenende. 
Die Technische Beigeordnete Sigrid Burkhart verweist auf Planungen, die vom Bereich Verkehr erstellt wurden und in den kommenden Wochen an die Anwohner der Gladbacher Straße verschickt werden sollen. "Wir werden die Meinungen der Bürger zu unseren Vorschlägen einsammeln; schließlich wird eine nicht unerhebliche Anzahl von Parkplätzen wegfallen", erklärt Sigrid Burkhart. Es gebe Gewerbetreibende, die damit nicht zufrieden seien. Dem widerspricht Jürgen Kujawa; es habe sich lediglich einer von vier ansässigen Gewerbetreibenden nicht an der Unterschriftenaktion für die Verkehrsberuhigung beteiligt.
Der Zeitplan der Verwaltung sieht vor, bis September auf Rückmeldungen der Bürger zu warten und dann im Planungs- und Verkehrsausschuss am 22. Oktober erneut darüber zu beraten. Das wird Christian Gaumitz gar nicht gefallen. Er hat sich stark gemacht für die Forderungen der Anwohner, hat eine Liste mit rund rund 70 Unterschriften pro Verkehrsberuhigung entgegen genommen. Wie es aussieht, wird er seine Forderungen und die der Bürger bis zur Bürgermeisterwahl am 13. September nicht in die Tat umgesetzt bekommen.
Lesen Sie dazu auch den nebenstehenden Kommentar.