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Flüchtlingsunterbringung: Erste Standorte werden aktiviert

Flüchtlingsunterbringung: Erste Standorte werden aktiviert
In den vergangenen Tagen hat sich der Flüchtlingszustrom erheblich vergrößert - deshalb werden jetzt erste Standorte zur Unterbringung von Flüchtlingen aktiviert. Am Standort Nordbad werden derzeit Container aufgestellt. FOTO: Rolf Retzlaff
Neuss. Neuss hat sich früher als viele andere Städte auf die mögliche Zuweisung von Flüchtlingen vorbereitet. Dazu hatte die Stadt bereits im April 27 dezentrale Standorte ausgewählt, die baurechtlich geprüft, der Bevölkerung kommuniziert und in ersten Bürgerversammlungen den Menschen in den Stadtteilen vorgestellt wurden.

Schon im Frühjahr sind die ersten Container zur Unterbringung von Flüchtlingen von der Stadt bestellt worden. Wie der Lieferant der Container gerade mitteilte, werden die bestellten Container zur Zeit am Standort Nordbad aufgestellt, so dass sie Anfang Oktober planmäßig genutzt werden können. Auch für die Standorte auf dem Südbad-Parkplatz und in Allerheiligen hat die Stadt inzwischen die Bestellung der Container in die Wege geleitet. Wegen der zwischenzeitlich großen Nachfrage im gesamten Bundesgebiet liegen die Lieferzeiten für Container allerdings im Moment bei über sieben Monaten.

Die Zahl von Menschen, die besonders über das östliche Mittelmeer in Richtung Deutschland fliehen, hat sich in den letzten Tagen erheblich vergrößert. Dadurch ist eine völlig neue Situation entstanden. So informierte die Bezirksregierung Arnsberg die Stadt Ende letzter Woche darüber, dass sie in den nächsten Wochen mit einer weit über den bisher angekündigten Zuweisungszahlen liegenden Anzahl an Flüchtlingen zu rechnen habe. Die kontinuierliche Erhöhung der Zuweisungszahlen könne ab Oktober bei bis zu 200 Flüchtlingen pro Woche liegen.

Um eine so große Zahl von Menschen unterzubringen, erarbeitet die Stadt nun mit Hochdruck einen Krisenplan. Dieser sieht auch die kurzfristige Einrichtung von Notunterkünften vor. Zur Zeit werden verschiedene Immobilien in Augenschein genommen und baurechtlich und feuerwehrtechnisch geprüft, ob sie als Notunterkunft geeignet sind. Zu den geprüften Objekten zählen auch die Sporthalle in Allerheilgen, die leerstehende Schule am Wildpark und die Mehrzweckhalle in Holzheim. Die Eissporthalle hat sich aufgrund der schwierigen Beheizungssituation als weniger geeignet erwiesen. Geprüft wird zur Zeit auch die Möglichkeit, ob die in Neuss ankommenden Menschen auf Hotelschiffen untergebracht werden können.

Bürgermeister Herbert Napp: "Die Verwaltung hatte mit Unterstützung des Rates größte Anstrengungen unternommen, um dieses Szenario in Neuss zu vermeiden. Angesichts der überaus starken Dynamik in der Entwicklung der Flüchtlingszahlen seit Juli 2015 müssen wir aber jetzt in einen kontrollierten Krisenmodus umschalten."