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In Zeiten der Not suchen Menschen Halt
Kirchen wieder voll: Katholiken melden sich eindrucksvoll zurück

In Zeiten der Not suchen Menschen Halt: Kirchen wieder voll: Katholiken melden sich eindrucksvoll zurück
Politiker aller Parteien (hier der Neusser CDU-Bürgermeister-Kandidat Thomas Nickel mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft von der SPD) besuchen wie die „normalen“ Bürger wieder häufiger Gottesdienste. Die Kirchen sind voll. FOTO: Foto: Frank Möll
Neuss. Nachdem viele Skandale die Kirche erschütterten, kommen die Gläubigen offenbar wieder zurück. Täglich zünden über 1000 Menschen Opfer-Kerzen allein in St. Quirin an. Bei Sonntags-Gottesdiensten in fast allen Pfarrgemeinden gibt es mittlerweile zu wenige Gebetbücher. Auch beim Neujahrsempfang des Katholikenrates war es am Mittwoch brechend voll. Experten sagen: Wenn die Welt unsicherer wird, wächst die Sehnsucht nach dem Glauben und einem festen Halt. Von Frank Möll

Über 90 Prozent der von katholischen Müttern geborenen Kinder werden in Neuss auch zur Taufe angemeldet, bei Firmungen gibt es Wartelisten (derzeit ist der Jahrgang 1999 dran) und die in den katholischen Kirchen aufgestellten blauen Mülltonnen (Sammelbehälter für Kleidung/ Alexianer-Flüchtlingsunterkunft) musste abgebrochen werden, weil viel zu viel gespendet wurde.

"Wir alle sind Brüder und Schwestern. Auch wenn wir uns manchmal streiten und nicht verstehen, bleiben wir doch Geschwister", so der Neusser Oberpfarrer und Kreisdechant Msgr. Guido Assmann in seiner Predigt.

Der Laien-Sprecher der Neusser Katholiken, Cornel Hüsch, meint sogar, dass Gott und Allah identisch sind. Somit sind natürlich auch Muslime unsere Brüder und Schwestern. Er glaubt auch, dass jene die in Not sind, sich den Hörer greifen und die Seelsorge anrufen. Andere hoffen aber, dass die Kirche auf die Suche nach gepeinigten Seelen geht und die verstreuten Schafe sucht. Auch bei Facebook...

Über 5.000 Menschen finden in Neuss und Umgebung bei der Katholischen Kirche gute Arbeit (Krankenhäuser, Altenheime, Pfarrgemeinden). Erzbischof Woelki will in diesem Jahr das Arbeitsrecht

verbessern.

(Kurier-Verlag)