Brillenträger kennen das: Die alten Modelle liegen jahrelang in der Schublade – dabei können sie so viel Gutes bewirken. „In Entwicklungsländern gibt es zum Beispiel Kinder, die sich keine Brille leisten können und erst dank einer gespendeten Brille lesen und somit auch die Schule wieder besuchen können“, erklärt Dr. Daniela Hofmann, Präsidentin des Lions Clubs Neuss-Obertor. „So haben die Kinder die Möglichkeit, sich zu bilden, dadurch bessere Jobs zu bekommen und die Familie unterstützen zu können.“
Ein anderes Beispiel: In Bergregionen wie dem Himalaya und den Anden leiden rund 80 Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens an Augenkrankheiten, Blindheit oder Augenkrebs. In diesen Umgebungen über 2.500 Meter Höhe ist die ultraviolette Strahlung der Sonne aufgrund der dünnen Atmosphäre deutlich intensiver. Eine gute Sonnenbrille ist da als Augenschutz unerlässlich. Kein Luxus, sondern medizinische Notwendigkeit – die oftmals nicht vorhanden ist.
Der Lions Club Neuss-Obertor sammelt am 5. September Brillen jeder Art: von Kinder-, Erwachsenen- und Sonnenbrillen bis zu kaputten Exemplaren. Abgabestellen sind an den Erzählbänken der Bürgerstiftung Neuss am Hammfeldhof sowie am Eingang West (Haupteingang, vom Wendersplatz kommend), wo die Sehhilfen auch ohne Zutritt zur Laga abgegeben werden können. „Unser Ziel ist, einen unserer Brillen-Sammelkartons auf der Landesgartenschau dauerhaft zu platzieren“, macht Hofmann deutlich, „aber das muss noch geklärt werden“.
Die Brillen werden von der Organisation „Brillen weltweit“ aufbereitet, bevor sie in Länder des Globalen Südens gebracht werden. So wird nicht nur Menschen geholfen, die auf Sehhilfen angewiesen sind. Die Organisation integriert auch Langzeitarbeitslose. Ein weiterer Aspekt ist die Nachhaltigkeit: Durch die Weiterverwendung der Brillen werden Ressourcen geschont.
Also: Kramen auch Sie mal in einer Ihrer Schubladen. Sie finden garantiert ausrangierte Brillen, die im besten Falle Leben verändern können ...