Rund 150 Bürger waren in die Wetthalle gekommen, um die Zukunft des Bürgerparks mitzugestalten. Nach Impulsreden von Bürgermeister Reiner Breuer, dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Sascha Karbowiak und Sandra Maria Breuer, Co-Vorsitzender des Mitmachvereins „Grünes Herz“, waren die Bürger gefragt: Was wünschen sie sich für ihren neuen Bürgerpark?
Die Liste war lang: von mehr Trinkwasserstellen, öffentlichen Toiletten (sind im Tribünengebäude, im Hammfeldhof und am Skaterpark vorgesehen) und Baumelbänken (mit so hoher Sitzfläche, dass auch Erwachsene ihre Beine baumeln lassen können) bis zu Hundekotbeuteln, Abfalleimern, dem Wiederaufbau der Disc-Golf-Anlage und einem Raum für Schachspieler. Natürlich sollen auch die zahlreichen Freizeitangebote weitergeführt werden. Sandra Breuer machte deutlich, dass ein Großteil des „Herzensprogramms“ auch nach der Laga angeboten werden soll.
Bürgermeister Breuer sprach von einem Bürger- und Eventpark: Wenn das Oase Eventzelt nach der Laga abgebaut wird, soll die große Freifläche für Großveranstaltungen dienen. Der Untergrund sei schwerlastfähig, Strom- und Wasseranschlüsse stünden zur Verfügung. „Wir wollen aber maximal bis zu 20 Großveranstaltungen im Jahr hier durchführen“, will Breuer die Geduld der Anwohner nicht zu sehr strapazieren. Mit Konzerten und Co. könnte die Stadt einen Teil der Kosten, die der Bürgerpark verursacht, decken.
Nach Laga-Ende werden einige Wege zurückgebaut, Beete werden wahrscheinlich verschwinden. Alles eine Frage des Geldes – laut Breuer würden die Pflegekosten alljährlich im sechsstelligen Bereich liegen. „Grünes Herz“ will hier helfen: Zurzeit formiert sich eine Freiwilligengruppe, die ab Oktober gemeinsam mit einem professionellen Gärtner den Bürgerpark pflegen möchte.
BUND, NABU und Co. sollen im Hammfeldhof eine Heimat finden. Der Stutenstall soll in ein „Zukunftshaus“ (so Sandra Breuer) mit Küchen, Werkstätten, Seminarräumen verwandelt werden.
Ein Thema, das einigen Bürgern unter den Nägeln brennt, ist die Sicherheit im Bürgerpark. „Der Zaun bleibt stehen, ab 22 Uhr wird das Tor geschlossen“, verspricht der Bürgermeister. Er spricht von Videoüberwachung – soweit rechtlich zulässig – und sozialer Kontrolle.
Das Tribünengebäude würde er gerne in ein Haus der Vereine und der Bürgerschaft verwandeln. „Einen rund 120 Personen fassenden Bürgersaal gibt es hier bereits“, so Breuer. Im oberen Bereich könne ein gastronomisches Angebot entstehen, erste Gespräche würden bereits geführt.
Es wurde diskutiert, ob künftig Eintrittsgeld von den Bürgern genommen werden sollte, „die es sich leisten können“. Die Zusammenarbeit mit Schulen und Kitas müsse weiter ausgebaut werden. Auch könne eine Gartenfläche angelegt werden, die von Bedürftigen zur Selbstversorgung genutzt werden könne.
Die Besucher waren voller Ideen – sehr zur Freude von Sandra Breuer, die bereits jetzt auf rund 600 „Grünes-Herz“-Veranstaltungen zurückblickt, „alle aus der Neusser Gemeinschaft entstanden!“ Deshalb ihr Appell: „Machen Sie weiter mit! Entwickeln Sie Ihren Bürgerpark weiter mit!“ Rolf Retzlaff