Sprechstunden für Drogenkonsumenten+++Weitere Ehrenamtler gesucht Medizinische Hilfe dorthin bringen, wo sie dringend benötigt wird

Neuss · Bert Römgens hat als Schützenkönig 2024/25 großes soziales Engagement gezeigt – und das setzt er fort: Er übernimmt die Schirmherrschaft für ein Projekt, das die medizinische Versorgung von Drogenkonsumierenden verbessern soll.

Sie wollen die medizinische Versorgung von Drogenabhängigen verbessern (v.l.): Philipp Alfken (Caritas Suchtkrankenhilfe), Bert Römgens, Petra Lennertz („Neuss hilft“) und Teresa Wessling (Kontaktcafé „Beside“).

Foto: Neuss hilft

Medizinische Hilfe dorthin bringen, wo sie dringend benötigt wird – mit diesem Ziel planen der Verein „Neuss hilft“ und die Sozialdienste der Caritas die Erweiterung der bestehenden Kooperation „Herz und Hilfe“ um eine regelmäßige, niedrigschwellige medizinische Sprechstunde im Kontaktcafé „Beside“. Das neue Angebot richtet sich an drogenabhängige Menschen, die aufgrund vielfältiger Barrieren häufig keinen oder nur erschwerten Zugang zur regulären medizinischen Versorgung finden.

Die regelmäßige, wöchentliche Sprechstunde soll den Besuchern des Kontaktcafés ermöglichen, medizinische Beratung und eine grundlegende gesundheitliche Versorgung in einem vertrauten Umfeld zu erhalten. Ziel ist es, Menschen dort zu erreichen, wo sie sich aufhalten, Vertrauen zu stärken, um gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

„Das Kontaktcafé ,Beside’ bietet hierfür ideale Voraussetzungen“, weiß Petra Lennertz von „Neuss hilft“. Als niedrigschwellige Anlaufstelle unterstützt es drogengebrauchende Menschen bereits mit grundlegenden Hilfsangeboten wie der Möglichkeit, zu duschen, Wäsche zu waschen sowie Essen und Getränke zu erhalten. Darüber hinaus bieten Sozialarbeiter im Café Beratung an und vermitteln bei Bedarf in weiterführende Hilfsangebote. „Die vertrauensvolle Beziehung zu den Besuchern schafft eine wichtige Grundlage, um auch medizinische Unterstützung erfolgreich anzubieten“, so Philipp Alfken von der Caritas Suchtkrankenhilfe.

Bert Römgens, Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf und ehemaliger Neusser Schützenkönig, übernimmt die Schirmherrschaft für das Projekt. Mit seiner Unterstützung soll ein deutliches Zeichen für gesellschaftliche Verantwortung, Solidarität und einen niedrigschwelligen Zugang zu medizinischer Hilfe gesetzt werden.

Für die Umsetzung des neuen Angebots suchen „Neuss hilft“ und die Sozialdienste der Caritas engagierte Ärzte sowie Pflegefachkräfte, die sich ehrenamtlich einbringen möchten. „Mit ihrem Einsatz können sie einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die gesundheitliche Versorgung besonders benachteiligter Menschen nachhaltig zu verbessern“, sagt Lennertz. Vorgesehen ist ein fester Termin einmal pro Woche, vorzugsweise montags oder mittwochs zwischen 11 und 13 Uhr. Die Zeiten können jedoch individuell mit den interessierten ehrenamtlichen Personen besprochen werden.

Interessierte medizinische Fachkräfte sind eingeladen, das Projekt zu unterstützen und gemeinsam dazu beizutragen, dass medizinische Hilfe dort ankommt, wo sie dringend gebraucht wird. Bei Interesse oder Nachfragen gibt es weitere Infos bei Petra Lennertz

Philipp Alfken ([email protected]).