Jährliche Statistik der Polizei im Rhein-Kreis Neuss Kriminalität in Kaarst auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren

Kaarst · Für Landrätin Katharina Reinhold war es die erste Vorstellung der Kriminalitätszahlen im Rhein-Kreis Neuss als Polizeichefin. Und sie konnte – rückblickend auf das Jahr 2025 – direkt zu Beginn der Pressekonferenz gute Nachrichten übermitteln.

Bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für das Jahr 2025 konnte Katharina Reinhold, die Landrätin und Polizeichefin im Rhein-Kreis Neuss, ihren Beamten ein hervorragendes Zeugnis ausstellen.

Foto: Kurier-Verlag/Thomas Broich

„Auch in 2025 lebten die Bürger im Rhein-Kreis Neuss sicher. Es konnte erneut mehr als jede zweite Straftat aufgeklärt werden“, so die Polizeichefin. Da es besonders die spektakulären Fälle sind, die im Bewusstsein der Bevölkerung ankommen, handelte Katharina Reinhold direkt zu Beginn des Gespräches die aufsehenerregendsten Fälle ab. Im Jahr 2025 gab es insgesamt 17 Fälle mit Tötungsabsicht im Rhein-Kreis Neuss, davon blieb es elf Mal bei den Versuchen. Drei Taten wurden strafrechtlich als Mord verfolgt, elf als Totschlag und zwei als fahrlässige Tötung. Bei den elf Versuchen handelt es sich in drei Fällen um Steinwürfe von Brücken auf Autofahrbahnen. Im Jahr 2024 wurden 16 Taten als Tötungsdelikte bewertet, die Aufklärungsquote lag im Jahr 2025 bei 70,6 Prozent. Im Jahr davor bei 93,8 Prozent.

„Mord und Totschlag beschäftigen die Bevölkerung in besonderem Maße und auch das mediale Interesse ist verständlicherweise dementsprechend hoch. Die Polizei konzentriert hier ihre Kräfte, um die Täter zu ermitteln und sie vor Gericht zu bringen. Solche herausragenden Fälle sind und bleiben aber auch dank des guten gesellschaftlichen Zusammenhalts und der Arbeit der Polizei selten“, stellte die Landrätin deutlich klar.

Die Kriminalität in Kaarst stieg im Berichtsjahr erneut leicht an (plus 3,8 Prozent) und erreichte damit den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Im Kreisvergleich lag Kaarst damit aber dennoch auf eher mittlerem Niveau. Die Aufklärungsquote stieg auf 50,3 Prozent.
Diebstahlsdelikte machten 46,6 Prozent der Gesamtkriminalität aus, 19,5 Prozent waren sonstige Straftaten gegen das StGB, 16,3 Prozent Rohheitsdelikte.
Fallzahlrückgänge konnten beim Betrug (minus 62 Fälle, minus 21,4 Prozent) und der Rauschgiftkriminalität (minus 32 Fälle, minus 52,5 Prozent) beobachtet werden, Fallzahlzunahmen bei Straßenkriminalität (plus 63, plus 12,8 Prozent) und Ladendiebstahl (plus 52, plus 45,2 Prozent). Die Gewaltkriminalität sank in Kaarst am stärksten im Kreis (minus 39,7 Prozent) und blieb weiterhin auf niedrigem Niveau. Die Aufklärungsquote veränderte sich nur wenig und war im Jahr 2025 die höchste des Vergleichzeitraums und die höchste im Rhein-Kreis Neuss.
Die Straßenkriminalität nahm in Kaarst um 12,8 Prozent zu, die Aufklärungsquote stieg auf 18,2 Prozent, der höchste Wert für Kaarst in den vergangenen zehn Jahren.

In Kaarst stieg die Zahl der Diebstahlsdelikte erneut an (plus 20,3 Prozent), auf den höchsten Wert im Zehnjahresvergleich. Die Aufklärungsquote stieg auf 26,3 Prozent, ebenfalls die höchste der vergangenen zehn Jahre.
Der Wohnungseinbruch nahm in Kaarst ab (minus 12,9 Prozent). 55,7 Prozent der Taten wurden nicht vollendet. Die Aufklärungsquote sank auf 5,7 Prozent.

Während die Fallzahlen im Fahrraddiebstahl nahezu unverändert blieben (plus 3,1 Prozent), stieg die Zahl der geklärten Fälle und führte zu einer Aufklärungsquote von 6,1 Prozent.
Die Diebstähle an und aus Kfz nahmen ab (minus 5,3 Prozent), die Aufklärungsquote sank nach dem
hohen Wert des Vorjahres mit 6,2 Prozent auf den zweithöchsten Wert des Vergleichzeitraums.

Der Diebstahl von Kfz stieg an (plus 50,0 Prozent), die Aufklärungsquote betrug erneut 28,6 Prozent, die höchste im Kreisvergleich.
In Kaarst stieg der Diebstahl von Krafträdern um 227,3 Prozent, trotz dieser Steigerung der Fallzahlen konnte auch die Aufklärungsquote deutlich erhöht werden, dreiviertel der Taten wurden aufgeklärt. Das ist die mit großem Abstand höchste Quote im Rhein-Kreis Neuss und
für die Stadt im Zehnjahresvergleich. Auch die Fallzahlen waren die höchsten im Zehnjahresvergleich der Stadt. Fallzahlsteigerung und Aufklärungsquote können auf eine geklärte Tatserie zurückgeführt werden.

Die Zahl der Betrugsdelikte sank (minus 21,4 Prozent), die Aufklärungsquote nahm zu und lag bei 64,9 Prozent.

Die Fallzahlen der Rauschgiftkriminalität gingen um 52,5 Prozent zurück auf den niedrigsten Stand in Kaarst seit zehn Jahren. Von den 29 Taten konnten alle aufgeklärt werden. Mit 100 Prozent waren Kaarst, Jüchen und Rommerskirchen die Orte mit der höchsten Aufklärungsquote. Bei den 29 Rauschgiftdelikten wurden in 15 Fällen Verstöße mit Amphetamin und in fünf Fällen mit Kokain einschließlich Crack begangen.
Der Anteil der Personen unter 21 Jahren an den ermittelten Tatverdächtigen sank von 20,7 Prozent im Vorjahr auf 20 Prozent im Berichtsjahr. Das entspricht 205 Personen, hiervon waren 75,1 Prozent männlich und 24,9 Prozent weiblich. Diese Verteilung weicht etwas von der unter allen Tatverdächtigen ab (männlich: 72,8 Prozent, weiblich: 27,2 Prozent). Innerhalb der Gruppe der unter 21-Jährigen stieg der Anteil der Kinder (acht bis 13 Jahre) an (23,9 Prozent), der Anteil der Jugendlichen (14 bis 17 Jahre) sank (50,2 Prozent), der Anteil der Heranwachsenden (18 bis 20 Jahre) stieg an (25,9 Prozent).

Thomas Broich