Der Trinkwasserbrunnen am Kaarster Rathaus kostete seinerzeit rund 13.000 Euro, seine Errichtung wurde großzügig durch das Sofortförderprogramm zur Stärkung der Innenstädte und Zentren in Nordrhein-Westfalen unterstützt. Da er im November gebaut wurde, floss zunächst kein Wasser – Winterpause.
Es sollte noch bis September 2023 dauern, bis er in Betrieb genommen werden konnte. Desirée Bywalec und Hannah Nolte vom Umweltamt der Stadt Kaarst sowie Citymanagerin Friederike Blum hatten ihm medienwirksam die ersten erfrischenden Schlucke entnommen. Doch das Wasser versiegte schnell wieder und ist eigentlich bis zum heutigen Tag nicht mehr für einen nennenswerten Zeitraum geflossen.
Der Brunnen war nahezu dauerhaft gesperrt. Hintergrund sind „nicht lösbare technische Probleme und dadurch bedingte Einschränkungen in der Hygiene des Brunnens“, heißt es aus dem Rathaus. Ralf Stübben vom zuständigen städtischen Tiefbauamt fasst zusammen: „Die Auflagen für den Betrieb eines solchen Brunnens sind sehr hoch. Wir müssen selbstverständlich dauerhaft die Qualität des Trinkwassers sicherstellen und die Vorgaben erfüllen. Dies war mit dem alten Brunnen trotz mehrfacher Versuche nicht möglich. Man muss es so deutlich sagen – das Ding ist Mist.“
Verschiedene Trinkwasserproben in den vergangenen Jahren hatten Verunreinigungen gezeigt, das Wasser durfte nicht als Trinkwasser zur Verfügung gestellt werden, also blieb der Hahn trocken. Und eine Lösung scheint zumindest mit dem bisherigen Brunnen nicht möglich zu sein. Deshalb hat die Stadt jetzt in Kooperation mit den Stadtwerken Kaarst einen neuen Brunnen beauftragt, der im Sommer dieses Jahres an ähnlicher Stelle vor dem barrierefreien Eingang aufgebaut werden und dann endlich den Kaarster Bürgern an heißen Tagen zu Abkühlung und ausreichend Hydration verhelfen soll.
Die Errichtung des neuen Brunnens wird rund 14.000 Euro kosten – diesmal muss die Stadt ohne Förderung dafür aufkommen. Nach Freigabe des städtischen Haushalts erfolgte nun der Auftrag zur Neubeschaffung. Der alte Brunnen soll in den kommenden Wochen abgebaut werden, im Sommer wird – ein paar Meter versetzt, denn am alten Standort zeigte sich vermehrt Taubenkot – der neue Trinkwasserbrunnen aufgestellt.
Ob dann gut wird, was lange währte, kann nur die Zeit zeigen ...