Doch der Sportentwicklungsplan zeigt: Es fehlen Sportflächen in Kaarst „Pakt für den Sport“: Kaarst soll weiter eine „Sportstadt“ bleiben

Kaarst · „Kaarst ist eine Sportstadt – im Spitzen- und im Breitensport“, sagt Bürgermeister Christian Horn-Heinemann – und untermauert diesen Ausspruch mit der Verlängerung des „Pakts für den Sport“, den er gemeinsam mit Robert Slydel, dem Vorsitzenden des Stadtsportverbandes Kaarst, jetzt unterschrieben hat. Fast zeitgleich wurde im Sportausschuss der Sportentwicklungsplan vorgestellt. Doch was bedeutet dies für die Kaarster Sportszene?

Gute Laune bei der Unterzeichung (v.l.): Bürgermeister Christian Horn-Heinemann und Robert Slydel, Vorsitzender des Stadtsportverbandes Kaarst, verlängern den „Pakt für den Sport“.

Foto: Stadt Kaarst

„Aktuell sind im Bereich der Sportförderung keine Kürzungen vorgesehen“, heißt es auf Anfrage des Extra-Tipp aus dem Rathaus. Doch laut Sportentwicklungsplan ist noch einiges zu tun, um die Kaarster Sportszene weiter zu entwickeln. Das Institut für Sportentwicklungsplanung hatte 72 Sportanlagen in Kaarst begutachtet – stets den Anstieg der Vereinsmitgliedschaften ab 2017 um 19 Prozent im Sinn. Das Resultat: Es fehlt eine Sporthalle (es wurde ein Defizit an Sportflächen in Höhe von minus 1.006 Quadratmeter festgestellt), zudem sollte ein Naturrasen-Großspielfeld in Kunstrasen mit Beleuchtung umgewandelt werden, um so das Flächendefizit des Vereinssports – insbesondere in den Wintermonaten (aktuell: minus 7.474 Quadratmeter; entspricht einem Großspielfeld) auszugleichen. Wie es konkret weitergehen soll, wird nach der Sommerpause in den politischen Gremien entschieden.

Zu den wichtigsten Sportprojekten zählen laut Horn-Heinemann die Sanierung der Laufbahn am Kaarster See, der Neubau eines Allwetterplatzes in der Stadtmitte sowie der Neubau eines Bolzplatzes an der Gesamtschule Büttgen. Mit diesen Maßnahmen sollen sowohl die vereinsgebundene als auch die frei zugängliche Sportinfrastruktur in Kaarst weiter gestärkt und modernisiert werden.

„Die Stadt Kaarst misst dem Sport als wichtigem Beitrag für Gesundheit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Lebensqualität weiterhin eine hohe Bedeutung bei“, weiß Michael Wilms, Leiter des Bereichs Schule und Sport bei der Stadt Kaarst. Gleichzeitig sei es erforderlich, die vorhandenen Mittel effizient einzusetzen und flexibel auf die jeweiligen Rahmenbedingungen zu reagieren. Dabei nutze die Stadt gezielt unterschiedliche Förderprogramme und Fördertöpfe von Bund, Land und weiteren Institutionen, um Projekte im Sportbereich zu unterstützen und zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten zu erschließen.

Bürgermeister Christian Horn-Heinemann und Robert Slydel, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, unterzeichneten jetzt die Neuauflage des „Pakts für den Sport“. Hier werden Ziele definiert, die das Sportangebot verbessern und die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Sportvereinen stärken soll. „Alles steht und fällt natürlich mit der Finanzierbarkeit“, schielt Slydel zum Beispiel auf die Erweiterung des Trimm-dich-Pfads im Vorster Wald.

Im „Pakt für den Sport“ ist auch Förderung des Inklusionssports im Sportentwicklungsplan verankert. Hierzu gehören Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit von Sportanlagen sowie die konsequente Berücksichtigung inklusiver Anforderungen bei der Weiterentwicklung der Sportinfrastruktur. „Ziel ist es, allen Menschen unabhängig von individuellen Einschränkungen die gleichberechtigte Teilhabe am Sport zu ermöglichen“, so Horn-Heinemann.

Und auch der vereinsfreie Sport soll gefördert werden. Der Stadtsportverband informiert gerne über bestehende Angebote (www.ssv-kaarst.de). Mit Formaten wie „Sport im Park“ werden zudem niedrigschwellige Bewegungs- und Sportangebote im öffentlichen Raum geschaffen.

Darüber hinaus investiere die Stadt in frei zugängliche Sport- und Bewegungsinfrastruktur, so eine Stadtsprecherin. „Hierzu zählen unter anderem der Trimm-dich-Pfad, eine Sportbox, Calisthenics-Anlagen sowie Bolzplätze. Mit dem geplanten überdachten Kleinspielfeld an der Stakerseite wird dieses Angebot künftig weiter ausgebaut.“

Die Förderung des vereinsfreien Sports sei zudem ein wichtiger Baustein im Sportentwicklungsplan.

Robert Slydel ist mit der Zusammenarbeit mit der Stadt zufrieden: „Für uns ist es wichtig, dass wir die Grundsätze der guten Zusammenarbeit mit der Stadt festhalten. Die Stadt bekennt sich zu ihrer Verantwortung für die Sportstätte und den Sport in unserer Stadt. Wir sind Mittler zwischen Politik, Vereinen und der Stadtverwaltung.“

Rolf Retzlaff

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