Trafohaus im Vorster Wald wird zum Mini-Museum „Kunst-Löcher“ zu verkaufen

Vorst · Man möchte eigentlich keins haben, weder im Zahn, noch im Strumpf und schon gar nicht in der Ozonschicht. Der Kunstverein hingegen hat sie extra bohren lassen und verkauft sie auch noch. Worum es geht? Um Löcher. Doch der Reihe nach: Im Vorster Wald entsteht ein ungewöhnlicher Ort für zeitgenössische Kunst. Ein ehemaliges Trafohaus wird zu einem Mini-Museum und Präsentationsrahmen für Skulpturen umgebaut. Der Umbau begann im Oktober 2025, fertig wird das Mini-Museum im Januar 2026.

Architekt Winfried Rochholl hat gemeinsam mit dem Kunstvereins-Vorsitzenden Markus Albiez das Umbauprojekt begleitet.

Foto: Kunstverein Nordkanal

Betreten kann man das Museum jedoch nicht, sondern die Kunstwerke nur von außen bestaunen. Dafür wurden 20 Gucklöcher von unterschiedlicher Größe in das ehemalige Trafohaus gebohrt und mit Glas verschlossen. Im Inneren des sechs Quadratmeter großen Ausstellungsraums rückt ein Beleuchtungssystem die Skulpturen ins richtige Licht. Der Kunstverein Nordkanal unter seinem Vorsitzenden Markus Albiez hat unter dem Motto „Wir suchen Kunstfans, die für Durchblick sorgen!“ eine Kampagne gestartet und sucht Kunstliebhaber, die eines der 20 Gucklöcher symbolisch übernehmen und mit einer Spende von 250 Euro das Kunstprojekt unterstützen möchten. „Wir haben bereits fünf Löcher verkauft“, freut sich Albiez.

Die Eröffnung ist für Mai 2026 geplant. Der Kunstverein hat sich einiges vorgenommen: Drei Ausstellungen pro Jahr sollen im Mini-Museum gezeigt werden. Rund 16.000 Euro hat der Umbau gekostet, wobei die Sparkassenstiftung Kaarst-Büttgen, die Bürgerstiftung Kaarst, die Bezirksregierung Düsseldorf, die Stadtwerke Kaarst sowie Privatpersonen den Umbau gefördert haben.

Das Trafohaus ist das aktuelle Vorhaben des Kunstvereins, der sich für Kunst im öffentlichen Raum entlang des Nordkanals und im Vorster Wald engagiert und mit den „Brücken über den Nordkanal“, der „Waldhütte“, dem „Ampelnistkasten“ und den „Türhütern“ mehrere spektakuläre Kunstprojekte umgesetzt hat. „Mit dem Mini-Museum im Trafohaus setzt der Kunstverein ein Zeichen für niedrigschwellige, originelle Kunstvermittlung im öffentlichen Raum. Das Projekt vereint bürgerschaftliches Engagement, kulturelle Initiative und handwerkliche Expertise – und soll den Vorster Wald um einen kleinen, aber besonderen Kulturort bereichern“, sagt Albiez. Vor Kurzem lud der Kunstverein zu einer Preview des künftigen Mini-Museums ein und bedankte sich bei allen beteiligten Gewerken, Planungspartnern und Unterstützern.

Einer der „Motoren“ bei der Realisierung dieses Kunstprojektes bleibt im Amt: Markus Albiez wurde auf der Mitgliederversammlung als Vorsitzender des Kunstvereins Nordkanal einstimmig wiedergewählt. Dem Vorstand gehören weiterhin Klaus-Dieter Pruss und Markus-Maria Hoffmann an, neu gewählt wurden Brigitte Splettstößer (zweite stellvertretende Vorsitzende) und Jochen Lennhof (Beisitzer). Dieter Schädiger stellte sich nicht mehr zur Wahl, Vorstandsmitglied Wilhelm Schiefer war 2024 verstorben.

Weitere Informationen zum Kunstverein gibt es unter

www.kunstverein-nordkanal.de.