„Jeder Tote ist einer zuviel.“ Mit diesem Satz führte Caritas-In der von der Caritas organisierten Veranstaltung – in Kooperation mit Stadt und Rhein-Kreis – wurden die Schicksale Drogen konsumierender Menschen in den Mittelpunkt gerückt und zum Anlass genommen für ein Innehalten und ein Miteinander-ins-Gespräch-Kommen. Ziel ist, den Betroffenen zu helfen und Perspektiven aus ihrer Abhängigkeit heraus zu bieten.
„Somit wollen wir heute ein Zeichen der Menschlichkeit, der Würde und der Hoffnung setzen“, sagt Philipp Alfken, Fachbereichsleiter Suchtkrankenhilfe bei der Caritas, in seinen einleitenden Worten. Alfken und Lampa stellen heraus, dass sich der katholische Wohlfahrtsverband mit Angeboten wie „Beratung Mobil“ und „Kontaktcafé Beside“ täglich für Menschen mit Suchterkrankung einsetzt – „niedrigschwellig, bedarfsgerecht und nah an den Menschen“, so Philipp Alfken.
Barbara Albrecht, Leiterin des Gesundheitsamtes Rhein-Kreis Neuss, erinnert daran, das im Jahr 2025 insgesamt 2.150 Menschen an den Folgen von Drogenkonsum gestorben sind. „Und sie werden immer jünger“, so die Schirmherrin des Gedenktags mit Blick auf Betäubungsmittel wie die chemisch aufbereitete Droge Crack im Mischkonsum mit Alkohol, Heroin oder anderen Substanzen.
Die Neusser Amtsärztin spricht insbesondere die Besucher an, die aus eigener Betroffenheit an der Gedenkveranstaltung teilnehmen: „Uns geht es auch darum, Ihnen – den Hinterbliebenen – ein Zeichen der Hoffnung zu geben.“
Daran knüpft Ann Christin Kaup an vom Jugendamt Neuss, Abteilung Besondere Dienste. „Menschlich bleiben“ – mit diesen Schlussworten aus dem zitierten Gelassenheitsgebet der Anonymen Alkoholiker trifft die stellvertretende Amtsleiterin den Nerv der Gedenkveranstaltung. Einig sind sich Ann Christin Kaup und Barbara Albrecht, dass Suchterkrankungen behandelbar sind und für die Betroffenen keinesfalls in Ausgrenzung oder Stigmatisierung münden dürfen. Prävention, Beratung und niedrigschwellige Hilfsangebote können Leben schützen und Perspektiven eröffnen.
Die Perspektive der Menschlichkeit und der Würde im christlichen Kontext stellte Pastoralreferent Winfried Kelkel in seinem Abschlussgebet heraus.