Britta und Bernd Klüber engagieren sich im afrikanischen Chorkor „Die Kinder lernen mit Begeisterung – aber es fehlt an Essen und Schulmaterial“

Büttgen · Eine Reise nach Afrika hat das Leben der Büttgener Apothekerin Britta Klüber und ihres Mannes Bernd nachhaltig verändert. Im Oktober 2024 besuchten sie Kenia und Ghana – eine Reise, die sie tief beeindruckte. Neben der Faszination für die Länder und ihre Menschen begegneten sie dort vor allem Armut, Hunger und fehlenden Zukunftschancen, insbesondere für Kinder. Da war den beiden klar: „Hier müssen wir helfen!“

Britta und Bernd Klüber aus Büttgen engagieren sich in Afrika. Britta Klüber hat die Aktion #1KindProApotheke ins Leben gerufen, die bedürftige Kinder vor Ort unterstützt.

Foto: privat / Kurier-Verlag/privat / Thomas Broich

Während ihres Aufenthalts besuchten die Klübers mehrere Schulen und wurden unmittelbar mit der Realität vor Ort konfrontiert: Es mangelt an Schulmaterial, an ausreichender Verpflegung und oft sogar an grundlegender medizinischer Versorgung. Besonders eindrücklich war für sie der Stadtteil Chorkor, ein überbevölkertes Fischerviertel in der ghanaischen Hauptstadt Accra, das stark von Armut und Perspektivlosigkeit geprägt ist.

„Die Kinder lernen mit unglaublicher Begeisterung – aber es fehlt häufig an Essen und Schulmaterial“, berichtet Britta Klüber.

Für die Klübers stand schnell fest: Sie wollten sich auch nach ihrer Rückkehr weiter engagieren. „Uns wurde noch einmal deutlich, wie entscheidend Bildung für ein selbstbestimmtes Leben ist – und wie wenig es oft braucht, um Chancen zu schaffen. Ich wollte eine Brücke bauen zwischen unserer Hilfsbereitschaft hier und den Kindern dort“, sagt Klüber.

Beeindruckt waren sie vor allem von der Arbeit der ehrenamtlichen Hilfsorganisation „Basics International“, die vor rund 25 Jahren von Pat Wilkins in Chorkor gegründet wurde. Dort betreibt die Organisation ein sogenanntes Intervention Centre – ein Bildungs- und Schutzhaus mit Schulprogramm, Nachhilfeangeboten, warmen Mahlzeiten sowie medizinischer und psychosozialer Betreuung.

Gemeinsam mit Basics International riefen Britta und Bernd Klüber daraufhin die Patenschaftskampagne #1KindProApotheke ins Leben. Ziel der Initiative ist es, Apotheken – aber auch Einzelpersonen – für eine Schulpatenschaft zu gewinnen. Für 750 Euro pro Jahr können Paten die Bildung eines Kindes in der Primary School finanzieren. Das umfasst tägliche warme Mahlzeiten, Schulmaterial, Schuluniform, Ranzen, Hausaufgabenbetreuung sowie medizinische und psychosoziale Unterstützung. Auch ältere Schüler können gefördert werden: Eine Patenschaft für Highschool- oder Universitätsstudenten kostet je nach Bildungsweg zwischen 1.450 und 2.500 Euro jährlich.

Die Patenschaften werden jeweils für ein Schuljahr abgeschlossen. Paten entscheiden jedes Jahr neu, ob und in welchem Umfang sie ihr Engagement fortsetzen möchten. Über eine eigens entwickelte Online-Plattform ist ein geschützter Austausch zwischen Paten und Patenkindern möglich – unter strikter Einhaltung der Kinderschutzrichtlinien.

Direkte Geschenke sind bewusst ausgeschlossen, um Fairness und Gleichbehandlung aller Kinder zu gewährleisten.

In Deutschland übernehmen die Klübers ehrenamtlich die Öffentlichkeitsarbeit und die Betreuung der Spender – ohne Vergütung.

Britta und Bernd Klüber konnten innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Apotheker und weitere Unterstützer für ihre deutsch-afrikanische Patenschaftskampagne #1KindProApotheke gewinnen. Allein in Kaarst und Umgebung sind bereits 16 neue Patenschaften entstanden.

„Apotheken sind Orte der Fürsorge und Verantwortung. Wir helfen täglich, Gesundheit zu fördern – Empathie und Hilfsbereitschaft gehören zu unserem Selbstverständnis. Genau diese Werte bilden auch die Grundlage des Projekts“, erklärt Britta Klüber. Jedes Apothekenteam kann selbst entscheiden, wie es den Kontakt zum Patenkind gestalten möchte – etwa durch Berichte im Schaufenster, auf der Website oder in den sozialen Medien, durch Aktionstage oder gemeinsame Spendenaktionen mit Kunden.

Eine solche Aktion findet bis zum 15. März in der Büttgener Pelikan-Apotheke statt. Gegen eine Mindestspende von 10 Euro können interessierte Bürger farbenfrohe Tasschen erwerben, die vor Ort in Afrika in Handarbeit entstanden sind.

„Mit dieser Spendenwoche möchten wir ganz bewusst auch unser eigenes Patenkind unterstützen und zeigen, dass soziales Engagement direkt vor Ort beginnt – und gleichzeitig weit über die Offizin hinauswirken kann“, so Klüber. „Bildung schenkt Zukunft, und wir freuen uns, einen konkreten Beitrag leisten zu können.“

Britta Klüber ist selbst seit über 25 Jahren als Apothekerin tätig und weiß ihre Wirkungsstätte auch als Ort der Kommunikation und des Autauschs zu schätzen – für sie ein idealer Ort, um auch auf die Belange und Erfolge des Patenschaftsprogrammes aufmerksam zu machen. Weitere Infos gibt es unter www.jukendu.com und www.basicsinternational.org.