Kuscheltiere für Kinder in schwierigen Situationen Über 1.000 „Seelenpferdchen“ spenden Trost

Büttgen · Ein kleines, buntes Stoffpferdchen mit einer winzigen Tasche – und doch eine große Wirkung: Petra Patten aus Büttgen näht seit 2022 sogenannte „Seelenpferdchen“ für Kinder, die schwere Zeiten durchleben. Vor Kurzem hat die 58-Jährige einen besonderen Meilenstein erreicht: Das 1.000. Seelenpferdchen wurde übergeben, wenig später folgte bereits Nummer 1.002.

Petra Patten aus Büttgen mit ihren „Seelenpferdchen“. Sie und ihr Team nähen die Stofftiere für Kinder, die schwere Zeiten durchleben. Foto: Thomas Broich

Foto: Kurier-Verlag/Thomas Broich

Die handgefertigten Pferdchen gehen an schwerkranke Kinder, an Kinder in Hospizen und Kliniken, an traumatisierte Kinder, Geflüchtete oder Familien in akuten Notsituationen. In der kleinen Tasche am Bauch können die Kinder Zettel mit Sorgen, Wünschen oder Ängsten verstauen – ein stiller Ort für Dinge, die oft schwer auszusprechen sind.

„Jedes Seelenpferdchen soll ein Freund sein. Etwas, woran man sich festhalten kann, wenn sonst nichts mehr da ist“, sagt Patten, die Mutter, Großmutter und Verwaltungsfachangestellte ist. In ihrer eigenen Kindheit war ein Stofftier, ihr Teddy, ihr größter Halt – eine Erfahrung, die heute ihr Engagement prägt.

Der Anstoß für das Projekt kam durch eine Fernsehreportage über geflüchtete Kinder aus der Ukraine. „Ich habe ein Kind gesehen, das nichts mehr hatte außer der Kleidung, die es trug. Da wusste ich: Ich muss etwas tun“, erinnert sich Patten. Aus Stoffresten begann sie, kleine Pferdchen zu nähen – rein ehrenamtlich.

Aus der Einzelinitiative ist inzwischen eine engagierte Gemeinschaft geworden: Rund 15 Nähengel und weitere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterstützen das Projekt. Sie nähen, stopfen, kontrollieren, verpacken, organisieren Übergaben oder kümmern sich um Öffentlichkeitsarbeit. Jedes Seelenpferdchen ist ein Unikat, gefüllt mit antiallergenem, waschbarem Material und hygienisch einzeln verpackt – ein wichtiger Aspekt, da viele Pferdchen an besonders sensible Kinder gehen.

Unterstützt werden unter anderem Kinderhospize, Kliniken, Flüchtlingsunterkünfte, Einrichtungen des Deutschen Roten Kreuzes, Jugendämter sowie Familien in akuten Notlagen – oft auch ganz unkompliziert im Einzelfall. „Wenn man in die tränenerfüllten Augen eines Kindes blickt, das sein Seelenpferdchen in den Arm schließt, weiß man, warum man das alles macht“, sagt Patten.

Die Finanzierung bleibt eine Herausforderung. Bislang ist „Seelenpferdchen by PePa“ noch kein eingetragener Verein, Spenden dürfen daher nicht angenommen werden – nur sogenannte Schenkungen. Vieles finanziert Patten aus eigener Tasche. Um das Projekt weiterzuführen, werden Menschen gesucht, die sich finanziell oder mit persönlichem Einsatz engagieren möchten.

Ein emotionaler Höhepunkt war zuletzt der Weihnachtsmarkt im Tuppenhof in Vorst. In stimmungsvoller Atmosphäre kam es zu vielen berührenden Gesprächen mit Besucherinnen und Besuchern. „Diese Resonanz gibt uns Kraft und zeigt, wie sehr unsere Arbeit die Herzen erreicht“, so Petra Patten.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter www.seelenpferdchen-pepa.de.
Auch Menschen, die ein Kind kennen, das dringend Trost braucht, können sich dort melden. Thomas Broich