1. Kaarst

Initiative gegen Parkhaus in der Kaarster City​

Initiative gegen Parkhaus in der Kaarster City : Mit Bürgerbegehren und Petition gegen die „Neue Kaarster Mitte“

Rechtsanwalt Marcel Schulze Bomke-Vossschulte und Sandra Pauen, Ratsfrau der FWG, können sich, wie viele Kaarster Bürger, nicht mit der Planung der „Neuen Kaarster Mitte“ anfreunden. Ihrer Ansicht nach handelt es sich insbesondere bei der Konzeption des Areals vor dem Kaarster Rathaus mit dem „Haus der Möglichkeiten“ und der damit verbundenen neuen Verkehrsführung um eine Fehlplanung mit weitreichenden Konsequenzen.

Da das Projekt allerdings in ihren Augen nicht ohne die entsprechenden Parkplätze in erreichbarer Nähe umsetzbar wäre, hat Sandra Pauen nun eine offene Petition ins Leben gerufen, die den Bau eines citynahen Parkhauses verhindern soll, außerdem will sie das Bürgerbegehren „Stoppt das Parkhaus Pestalozzistraße“ auf die Beine stellen. „Ich liebe meine Heimatstadt Kaarst“, sagt sie, „und hier sehe ich die Möglichkeit, etwas Unsinniges zu verhindern. Ich sehe es als meine Aufgabe, die Kaarster darauf aufmerksam zu machen und sie zum Handeln zu bewegen. Wenn es zu spät ist, soll niemand sagen könne, ich habe von nichts gewusst.“

Marcel Schulze Bomke-Vossschulte unterstützt sie dabei und wirbt für das Projekt: „Das Bürgerbegehren ,Stoppt das Parkhaus Pestalozzistraße‘ der Unternehmerin Sandra Pauen betrifft die für Kaarst sehr wichtige Frage, wie die Kaarster Stadtmitte zukünftig aussehen soll im Bereich der Alten Heerstraße.“ Dort soll zukünftig ein Gebäude, genannt „Haus der Möglichkeiten“, mitten auf der heutigen Verkehrsfläche errichtet werden. Der gesamte Fußgänger-, Radfahrer-, E-Scooter-, Rolllatorverkehr und ÖPNV-Busverkehr soll auf einer „Shared Space“-Fläche (Shared Space = alle Verkehrsteilnehmer teilen sich gemeinsam die Fläche) im Bereich der heutigen Straße „Am Maubishof“ stattfinden. Marcel Schulze Bomke-Vossschulte: „Das Haus der Möglichkeiten ist nichts anderes als ein von einem privaten Investor gebautes privates Geschäfts- und Wohnhaus, das ein Entfallen sämtlicher heute öffentlicher und privater Stellplätze auf beiden Seiten der Straße Am Maubishof mit sich bringt.“

Das Bürgerbegehren zum Parkhaus bietet eine Möglichkeit, wenn es die erforderlichen 2.449 Unterschriften erreicht, dass jeder Kaarster in einem Bürgerentscheid Einfluss darauf nehmen kann, ob das Parkhaus gebaut wird oder nicht.

Marcel Schulze Bomke-Vossschulte: „Ich finde diese Frage der Stadtentwicklung für Kaarst so wichtig und sehe als ehemaliger Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Verkehr der Stadt Kaarst von 1994 bis 2014 bei der Realisierung dessen, was gerade für die Kaarster Stadtmitte von den heutigen Akteuren in Politik und Verwaltung geplant wird, so große Probleme auf den Ortsteil Kaarst zukommen. Ich bin ich nach 30 Jahren Stadtratstätigkeit mit der Kommunalwahl 2020 aus dem Stadtrat ausgeschieden, und habe mir nach dem Motto ,lass die Nachfolger mal machen, sie werden schon Gutes für Kaarst entscheiden‘, Zurückhaltung auferlegt. Nur in dieser Frage habe ich es jetzt für nötig erachtet, diese Zurückhaltung aufzugeben!“

Da die Akteure in Politik und Verwaltung auf das bürgerschaftliche Engagement bereits reagieren, und neben dem Konzept eines Parkhauses an der Pestalozzistraße als Alternative einen in Zukunft über einer Tiefgarage „aufgeständerten“ Sportplatz hinter der Dreifachturnhalle (das heißt, unter dem kompletten Sportplatz soll eine Tiefgaragenebene mit dem Sportplatz darüber gebaut werden) in die Diskussion bringen, um auf jeden Fall am „Haus der Möglichkeiten“ festhalten zu können, fordern Marcel Schulze Bomke-Vossschulte und Sandra Pauen die Kaarster Bürger auf, sich noch einmal genau über die Pläne zur Neuen Kaarster Mitte zu informieren und bei ebenfalls berechtigten Zweifeln den Antrag zum Bürgerbegehren „Stoppt das Parkhaus Pestalozzistraße“ mit einer Unterschrift zu unterstützen, ebenso wie die Online-Petition www.openpetition.de/petition/online/stoppt-den-bau-haus-der-moeglichkeiten-und-den-wegfall-der-parkplaetze-in-der-kaarster-innenstadt.

Thomas Broich