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Kölner Straße in Büttgen - Anwohner kämpfen um Bolzplatz​

Kölner Straße in Büttgen: : Zahlreiche Anwohner kämpfen um ihren Bolzplatz

Der Streit um den Bolzplatz an der Kölner Straße geht weiter: Zahlreiche Anwohner setzen sich mit einer neuen Webseite für den Erhalt des Platzes ein. Die Kaarster Verwaltungsspitze und die FDP-Fraktion wollen den Bolzplatz bebauen, um dort Wohnraum für geflüchtete Menschen zu schaffen.

Ata Abdavi, Mitglied der „Aktion Grünes Büttgen“ erklärt: „Entscheidet man sich für ein Leben in Büttgen, legt man Wert auf eine dörfliche und grüne Umgebung abseits von Stadtlärm und Beton. Aber auch in Büttgen weichen immer mehr Grünflächen der Bebauung. Neuestes Beispiel ist der Vorschlag der Stadtverwaltung Kaarst zur Bebauung des Bolzplatzes Kölner Straße.“

Einige Anwohner haben eine Unterschriftensammlung zum Erhalt des Bolzplatzes in Leben gerufen. Zum Redaktionsschluss konnten die Initiatoren bereits 420 Stimmen verzeichnen. Auf der Webseite www.gruenes-buettgen.de legt diese Gruppe von Anwohnern ihren Standpunkt dar. Sie kritisiert den Vorschlag zur Bebauung des Bolzplatzes und die Informationspolitik der Kaarster Stadtverwaltung um Ursula Baum.

Ata Abdavi: „Auf Facebook wird das Thema Bolzplatz Kölner Straße derzeit lebhaft diskutiert. Aber Mitbürger ohne Facebook-Account sind noch auf traditionelle Medien oder Informationen aus zweiter Hand angewiesen. Ziel der neuen Webseite ist es, Informationen aus Bürgersicht an einer Stelle zu bündeln. Mit Hilfe von Newslettern und Blogeinträgen sollen Menschen erreicht werden, die keine sozialen Medien nutzen.“

Die Anwohner erklären, dass ihre Aktion politisch neutral sei und ausschließlich dem Zweck diene, jegliche Bebauung der Fläche zu verhindern. Unter den Anwohnern befinden sich junge Familien und Großeltern, deren Kinder und Enkelkinder die Grünfläche benutzen. Ebenso Spaziergänger und Hundehalter, denen der schön angelegte Mutter-Kind-Weg vor dem Bolzplatz Erholung verschafft.

Lars Christoph, CDU-Fraktionsvorsitzender und Stadtratsmitglied, der sich in unserer Zeitung bereits für den Erhalt des Sportplatzes ausgesprochen hatte, kommentierte die Aktion positiv: „Wir haben keinen anderen Bolzplatz als diesen im gesamten Büttger Süden. Bereits aktuell, wie auch absehbar in den kommenden Jahren, vollzieht sich in diesem Bereich, der zu großen Teilen Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre entstanden ist, ein Generationswechsel. Spiel- und Freiflächen für die wieder ansteigende Zahl von Kindern sind daher unerlässlich. Dabei ist es im Übrigen nicht entscheidend, dass die Fläche nicht als Bolzplatz im Bebauungsplan festgesetzt wird. Denn seit über zehn Jahren funktioniert die jetzige Lösung – auch ohne Tore – in recht gutem Einvernehmen mit der Nachbarschaft. So soll es nach meiner Meinung bleiben. Selbstverständlich wäre es dabei wünschenswert, die Fläche weiter aufzuwerten und noch attraktiver zu gestalten.“

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Die Mitglieder von „Grünes Büttgen“ planen jetzt weitere Aktionen. Heute, Samstag, 29. Oktober, werden vor dem Rewe-Markt in Büttgen weitere Unterschriften gesammelt, um die bisherige Zahl von 400 Unterschriften für den Erhalt weiter auszubauen. Für den Abend des Martinsumzugs am 4. November plant die Nachbarschaft einen Stand am Bolzplatz. Hier können Kinder zum traditionellen „Gripschen“ kommen und Martinslieder gegen Süßigkeiten tauschen. Thomas Broich

(Thomas Broich)