1. Neuss

Feuwehren Rhein-Kreis Neuss: Zusammenarbeit bei Waldbrandbekämpfung

Feuerwehren im Rhein-Kreis Neuss : Kommunen- und Behördenübergreifende Zusammenarbeit bei der Waldbrandbekämpfung

Wer über die Waldstraße in Rosellerheide in den Mühlenbusch einfährt sieht das erste Schild am dortigen Schlagbaum: Rauchen verboten. Ein Hinweis, der nicht nur in der aktuellen Waldbrandgefahr ernst zu nehmen ist. Der Deutsche Wetterdienst hatte zu Beginn dieser Woche für die Wälder im Rhein-Kreis Neuss die zweithöchste Waldbrandstufe (4) im 5-stufigen Waldbrandgefahrenindex ausgewiesen. Dies gilt ebenso für den Graslandfeuerindex, der die Feuergefährdung von offenem Grasland beschreibt.

Anhaltende Trockenheit treiben diese Warnwerte nach oben, die durch die jetzigen kurzen Regenschauern nur zeitweise abgeschwächt werden. Bereits in 2017, als Folge der damaligen Waldbrände, hat das Ministerium für Inneres und Kommunales und das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz in einem gemeinsamen Runderlass, die Erfordernis einer Zusammenarbeit der Forstbehörden mit den Feuerwehren und den Katastrophenschutzbehörden festgestellt und beschrieben. Neben Vorsorgemaßnahmen werden hier Überwachungsmaßnahmen, die Zusammenarbeit im Einsatz und Aus- und Fortbildungen, sowie Übungen beschrieben

„Bereits vor dem Erlass haben wir das Thema Waldbrand in die Einsatzplanung übernommen und die Konzeption unserer Vorbereitungen zu Waldbränden im April 2012 im Rahmen einer Großübung mit Kräften der Feuerwehren Neuss, Dormagen und des Rhein-Kreis Neuss bei einem angenommenen Waldbrand im Mühlenbusch überprüft", so Michael Schöpkens von der Feuerwehr Neuss. „Wichtig in solchen Bereichen ist zum aktuellen Kartenmaterial über Löschwasserentnahmestellen in besonderer Weise die Ortskunde unserer Löschzüge."

Diese führen im Rahmen ihrer Übungen auch Begehungen und Fahrten durch die Wälder durch. „Bei diesen Gelegenheiten testen wir, ob die vorhandenen Wasserentnahmestellen funktionieren", ergänzt Stephan Wolf, Löschzugführer des Löschzuges Rosellen der Feuerwehr Neuss, in dessen Einsatzgebiet ein Teil des Mühlenbusch fällt.

Da der Mühlenbusch sich auch in das Einsatzgebiet des Löschzuges Nievenheim der Feuerwehr Dormagen erstreckt, ist eine Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren für eine effektive Brandbekämpfung im Falle eines Brandes von großer Bedeutung. Gemeinsam mit Dr. Joerg Kaulitzky von den Kreiswerken Grevenbroich, die vier Löschwasserbrunnen im Mühlenbusch betreiben, und dem Revierförster Theo Peters überprüften die Feuerwehren Neuss und Dormagen die Löschwasserversorgung im Mühlenbusch, sichteten das vorhandene Kartenmaterial und weitere Unterlagen zur Einsatzplanung.

Vorsorge für den Ernstfall ist das Eine. Jedoch die Vermeidung von Brandgefahren im Wald ist das Andere und hier steht der Mensch im Focus, denn Wälder brennen nicht von alleine. „Entscheidend ist, dass sich Waldbesucher der Gefährdung bewusst sind und vorsichtig verhalten. Rauchen und Feuer im Wald sind tabu. Obwohl glimmende Kippen in einen Aschenbecher gehören, entzünden immer wieder achtlos weggeworfene Kippen dürres Gras im Straßengraben, Wind treibt die Flammen dann in den Wald", so Stefan Meuter vom Verband der Feuerwehren im Rhein-Kreis Neuss.

Waldbesucher sind nichtsdestoweniger Willkommen im Wald: Ausgestattet mit Mobiltelefonen sind mit ihrer Hilfe die Meldezeiten heute enorm verkürzt. Es gilt, wenn Waldbesucher, Biker, Autofahrer unterwegs sind und Rauch oder Flammen im Wald bemerken - wählen Sie die 112!

Noch ein Schild sieht man am Eingang zum Mühlenbusch. Einen „Forstlichen Rettungspunkt" mit einer einfachen Buchstaben und Zahlenkombination. „Diesen sollte man sich merken, denn so wissen wir schnell, wo sich der Anrufer befindet, beziehungsweise welchen Zugang er zum Wald genommen hat", so Stefan Meuter. „T-NE-001 schlüsselt dann die Kreisleitstelle für uns auf: Anfahrt Mühlenbusch Waldstrasse in Rosellerheide."

Das System der Rettungspunkte wird zur Zeit überarbeitet, aber zudem hat die Kreisleitstelle die Möglichkeit den Hilfesuchenden zu orten.

Damit die Einheiten auch schnell und effektiv helfen können, wird die Zusammenarbeit zwischen Kreiswerken, dem Revierförster und den beiden Feuerwehren vertieft, ein gemeinsames Waldbrandkonzept erarbeitet und die Feuerwehrangehörigen entsprechend geschult.