„Es ist unser Ansinnen, dass das Gestern uns ermahnt, ein friedliches Miteinander für Morgen zu schaffen“, so Bienefeld, „ich erwarte, dass die Bürger sich klar bekennen, dass sie so etwas nicht wollen!“ Ende 2024 wurden die Tafeln entlang des „Jüddepatts“ aufgestellt. Nur wenige Monate später wurden fünf Exemplare mit roter Farbe beschmiert, später sogar ein Schild entfernt.
Bienefeld hat Anzeige erstattet, der Staatsschutz ist eingeschaltet.
Der Verein „Kaarst ist BUNT!“ verurteilt die Tat aufs Schärfste. Er hatte bereits bei der ersten Tatserie gemeinsam mit rund 200 Menschen eine Fahrraddemonstration entlang des „Jüddepatts“ organisiert. Damit sei ein klares Zeichen gegen Antisemitismus, gegen das Vergessen und für ein respektvolles und vielfältiges Miteinander in Kaarst gesetzt worden, so der Verein. Der „Jüddepatt“ mache einen Teil der Geschichte jüdischen Lebens in unserer Stadt sichtbar. „Wer diese Schilder beschmiert, beschädigt nicht einfach nur Gegenstände. Die Tat richtet sich gegen einen Ort, der an jüdisches Leben und jüdische Geschichte in unserer Stadt erinnert. Gerade deshalb dürfen wir bei solchen Taten nicht wegsehen.“ Für „Kaarst ist BUNT!“ steht fest: „Das erneute Beschmieren wird nicht dazu führen, dass die Erinnerung an jüdisches Leben weniger sichtbar wird. Wir werden weiterhin hinschauen, erinnern und Haltung zeigen!“
Auch Bürgermeister Christian Horn-Heinemann meldet sich zu Wort: „Erinnerung ist keine Frage der Vergangenheit, sondern eine Verantwortung für die Gegenwart. Der Jüddepatt daran, was geschehen ist, als Ausgrenzung und Antisemitismus zur gesellschaftlichen Realität wurden. Dass diese Zeichen der Erinnerung wiederholt beschädigt werden, ist deshalb besonders ernst zu nehmen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Erinnerung aus dem öffentlichen Raum verschwindet.“