Eishocky: NEV empfängt die Wiehl Penguins Geisler will letzte Playoff-Chance nutzen

Neuss · Mit einem weiteren Freitags-Heimspiel (9. Januar, 20 Uhr, Eissporthalle am Südpark) gegen den TuS Wiehl setzt sich für den NEV die entscheidende Phase der Regionalliga-Hauptrunde fort. Der Dauer-Rivale der vergangenen Jahre belegt derzeit den begehrten Platz acht, um den sich aktuell noch vier Teams streiten. Trotz der schmerzhaften Niederlage gegen Moers zeigt sich Chefcoach Sebastian Geisler unerschüttert und möchte den Heimvorteil nutzen, um im Playoff-Rennen zu bleiben.

Der NEV um Dominick Thum erwartet den Dauer-Rivalen aus Wiehl zur Revanche.

Foto: NEV

Die Partie gegen die Wiehl Penguins ist für beide Mannschaften von großer Bedeutung. Lieferten sich beide Mannschaften in den vergangenen Jahren zahlreiche packende Duelle, mit häufig vorentscheidendem Charakter, so spricht vieles dafür, dass auch die Begegnung am kommenden Freitag für beide Teams wegweisend sein könnte. Die Gäste aus Wiehl belegen derzeit den wichtigen Platz acht, der zur Teilnahme an den Playoffs berechtigt, und auch von der darunter liegenden Konkurrenz begehrt wird. Für die Penguins sind weitere Punktgewinne Pflicht, um die Verfolger auf Abstand zu halten. Für den NEV ist der achte Platz nach der Niederlage gegen Moers erst einmal in weitere Ferne gerückt, aber noch nicht unerreichbar. Will man noch einmal in das Rennen einsteigen, muss am Freitag jedoch ein Sieg eingefahren werden.

Wiehl gewachsenes Kollektiv

Nicht nur für Eishockey-Romantiker dürfte der TuS Wiehl ein Paradebeispiel für einen Vorzeige-Viertligisten sein. Ähnlich wie in Neuss verfolgt man bei den Oberbergischen das Ziel, eigene Talente in die 1. Mannschaft zu integrieren. Mit Erfolg, der Großteil des aktuellen Teams war schon im Nachwuchsbereich der Penguins aktiv und kehrte teilweise nach einigen Jahren beim großen Nachbarn aus Köln in die Heimat zurück. Dementsprechend eingespielt ist die Mannschaft, die in den vergangenen Jahren immer nur punktuell verstärkt wurde und ansonsten mit gleichem Kader seit vielen Jahren gemeinsam auf Punktejagd geht. Eine kampfstarke Einheit, angeführt von Kapitän Stefan Streser, der seine Karriere eigentlich schon beendet hatte, dann aber doch noch einmal auf das Eis zurückkehrte. Da der Großteil der Regionalligisten vor der Saison seine Kader aufrüstete, galten unsere Gäste – ebenso wie der NEV – vor der Saison eher als Außenseiter, verteidigen aber bislang tapfer den achten Tabellenplatz. Und da auch für die Wiehler in diesem Monat Duelle gegen alle direkten Konkurrenten anstehen, befindet sich auch das vom Ex-Nationalspieler Andreas Lupzig trainierte Team in der entscheidenden Saisonphase.

Moers-Niederlage schwerer Rückschlag

Ohne insgesamt zehn Spieler war der NEV im wichtigen Spiel gegen die Black Tigers aus Moers von Anfang an auf verlorenem Posten und unterlag mit 2:6. NEV-Chefcoach Sebastian Geisler „versteckte“ sich nach der Partie jedoch nicht hinter den zahlreichen Ausfällen: „Sicherlich hatte Moers im Gegensatz zu uns fast alle Leistungsträger an Bord. Wir haben aber zum wiederholten Male den Start verschlafen und nicht das umgesetzt, was wir uns vor dem Spiel vorgenommen haben. Stattdessen wurde mit einfachen Fehlern dem Gegner das Toreschießen leicht gemacht.“ Auch beim Hinspiel gegen den TuS Wiehl unterlagen die Neusser klar mit 1:5. „Wiehl ist eine extrem unangenehme Mannschaft, die nie aufhört, zu rennen“, zollt Coach Geisler dem Gegner Respekt, ergänzt aber auch, dass man im heimischen Südpark gegen die Penguins oftmals gut aussah. Dementsprechend motiviert formuliert er auch das Ziel für Freitag: „Wir wollen das Spiel gewinnen. Solange es rechnerisch möglich ist, sind die Playoffs unser Ziel - auch wenn wir wissen, dass es schwer wird.“ Ob die zuletzt erkrankten Spieler bis dahin wieder fit sind, muss sich während der Woche noch zeigen. Definitiv ausfallen werden die Verteidiger Mitchel Herder, Sven Gotzsch, Luke Schrills und Philipp Haase, darüber hinaus Stürmer Alexander Chodorowski.

Zur Lage in der Liga

Die Überraschungen in der Regionalliga West halten sich weiterhin in Grenzen. Die letztjährigen Finalisten aus Ratingen und Dortmund haben sich erneut im oberen Tabellenbereich eingenistet, durch die Neulinge aus Essen und Diez-Limburg wurde aus dem Spitzenduo erwartungsgemäß ein Spitzenquartett, das die ersten vier Plätze unter sich ausspielt. Die RealStars aus Bergisch Gladbach sind wie schon im Vorjahr erster Verfolger, spüren jedoch auch noch die Dinslakener Kobras im Nacken. Alle genannten Teams haben in den vergangenen Wochen noch einmal das Personalkarussell angeworfen, um bestmögliche Voraussetzungen für den Endspurt zu schaffen. Auch die Grizzlys aus Bergkamen sind als Siebtplatzierter erneut klar auf Playoff-Kurs, dahinter wird es dann eng. Die Teams aus Wiehl (8 Punkte), Moers (7) und Grefrath (6) befinden sich mitten im Kampf um den letzten Playoff-Platz acht, der NEV (3) besitzt noch Außenseiterchancen, benötigt dafür aber eine Siegesserie und fremde Schützenhilfe.