1. Neuss

Warum Wählen so wichtig ist

Die Comenius-Schüler machen’s vor: Geht morgen zur Wahl! : Warum Wählen so wichtig ist

Morgen wird der 20. Bundestag gewählt. Nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes im Bundesgebiet etwa 60,4 Millionen Deutsche wahlberechtigt sein – viele davon haben ihr Kreuzchen bereits per Briefwahl gemacht. Wer noch nicht gewählt hat, sollte morgen den Gang an die Wahlurne antreten – es geht um die Zukunft unseres Landes!

2017 waren rund 61,7 Millionen Personen wahlberechtigt – das waren rund 1,3 Millionen mehr, als in diesem Jahr. Schuld ist die demografische Entwicklung: Seit 2017 sind mehr Deutsche gestorben, als volljährig wurden – und damit ins wahlberechtigte Alter kamen. Erstwähler haben bei der anstehenden Wahl einen Anteil von lediglich 4,6 Prozent.

Nicht wahlberechtigt sind alle unter 18 Jahren – darunter viele Schüler der EF an der Comenius-Gesamtschule an der Weberstraße. Diese hatten sich davon nicht abschrecken lassen und sich einfach selbst eine Stimme verliehen, in dem sie eine Juniorwahl veranstalteten. Die Juniorwahl findet seit 1999 an Schulen überall in Deutschland statt.

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Das Projekt soll zur politischen Bildung der Schüler beitragen, indem demokratische Verantwortung und Teilhabe an politischen Prozessen auf eine positive Weise erlebt und geübt werden, um die Jugendlichen auf ihre zukünftige Partizipation innerhalb des politischen Systems vorzubereiten.

  Nicht gucken: Der Bürgermeister setzt gleich seine Kreuzchen.
Nicht gucken: Der Bürgermeister setzt gleich seine Kreuzchen. Foto: Kurier Verlag GmbH/Hanna Loll

Im Unterricht besprechen die Lehrer mit den Nachwuchs-Wählern politische Themen und Prozesse und bereiten die Wahl vor. Daraufhin treten die Jugendlichen selbst an die Wahlurne, um in einer simulierten Wahl ihre Stimme abzugeben.

Damit die Juniorwahl auch an der Comenius-Gesamtschule abgehalten wird, Sozialwissenschafts-Lehrerin Leyla Sadak die Initiative ergriffen. „Ich dachte mir, dass die Schüler das Thema durch eine handlungsbasierte Unterrichtseinheit vielleicht nachhaltiger verinnerlichen können“, erklärt die Pädagogin.

„Sie sollen sehen, dass Politik greifbar und gegenwärtig ist. Häufig ist sie zu abstrakt für die Jugendlichen. Die Juniorwahl macht Demokratie erlebbar“, ist sie sicher und erklärt den Schülern: „Politik heißt handeln und bedeutet Diskussion!“

Und apropos Diskussion: Auch Bürgermeister Reiner Breuer hat sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen, zu diesem Anlass mit den Schülern über Politik zu sprechen und hat dabei gleich selbst seine Kreuzchen gemacht. Wie bei der „echten“ Wahl natürlich anonym, denn die Schüler hatten ein eigenes Wahllokal eröffnet, in dem sie sich an die Vorgaben für ebendiese hielten.

 Auch Bürgermeister Reiner Breuer gab seine Stimme ab.
Auch Bürgermeister Reiner Breuer gab seine Stimme ab. Foto: Kurier Verlag GmbH/Hanna Loll

„Ich bin dankbar für die Juniorwahl und finde es schön, dass ihr euch politisch einbringt“, lobte Breuer die Schüler. „Es ist wichtig und richtig, dass ihr euch mit Politik, den Parteien und deren Zielen auseinandersetzt. Und man sollte auch zu schätzen wissen, dass wir in Deutschland überhaupt ein Wahlrecht haben – in anderen Ländern müssen die Menschen darum kämpfen!“, so der Bürgermeister, der den Gesamtschülern im Anschluss noch zu verschiedenen politischen Themen und Prozessen Rede und Antwort stand.

Wer wissen möchte, wie die Schüler gewählt haben, findet die Ergebnisse am morgigen Sonntag ab 18 Uhr unter unter www.juniorwahl.de/juniorwahl-btw-2021.html.

Daher ruft auch der Stadt-Kurier auf: Nehmt Euch ein Beispiel an den Jugendlichen und geht wählen! Wenn Ihr noch nicht wisst, wem Ihr Eure Erststimme geben sollt: Der Stadt-Kurier hat mit einigen Direktkandidaten für Neuss gesprochen und die wichtigsten Infos für Euch festgehalten. Mehr darüber erfahrt Ihr hier.