SPD will Haltepunkt an der Gladbacher Straße prüfen lassen Eisenbahn-Haltepunkt für die Nordstadt – so kann’s gehen

Nordstadt · In nur elf Minuten mit dem RE 10 von Neuss-Weißenberg bis zum Düsseldorfer Hauptbahnhof? Dafür setzt sich die SPD Neuss mit einem Antrag ein, der in der kommenden Sitzung des Hauptausschusses (Donnerstag, 11. Juni,17 Uhr, Rathaus, Ratssaal E.260, die Sitzung ist öffentlich) beraten wird. „Wir möchten prüfen lassen, ob im Bereich der Gladbacher Straße an der schon existierenden Eisenbahnbrücke ein neuer Haltepunkt errichtet werden kann”, erklärt Jakob Schätzlein von den Neusser Jusos.

Die Sozialdemokraten Juliana Conti und Jakob Schätzlein machen sich stark für einen Eisenbahn-Haltepunkt in der Nordstadt. In der kommenden Woche steht ein entsprechender Antrag auf der Tagesordnung des Hauptausschusses.

Foto: SPD Neuss/JASCHA HUSCHAUER

Die SPD-Jugendorganisation hat sich intensiv mit dem Thema Mobilität beschäftigt und dabei unter anderem die Idee für den Haltepunkt entwickelt. Die SPD-Ratsfraktion bringt die Idee nun in die politischen Gremien ein.

Ein zusätzlicher Eisenbahn-Haltepunkt wäre aus Sicht der SPD eine deutliche Verbesserung für die Anwohner in der Neusser Nordstadt. „Die Nordstadt gehört mit 40.000 Einwohnerinnen und Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten Stadtteilen in Neuss – und um zur Arbeit zu kommen, müssen bisher die Buslinien der Stadtwerke genutzt werden, um den Hauptbahnhof zu erreichen oder das eigene Auto in Anspruch genommen werden”, erklärt Dennis Fink als Vorsitzender der Nordstadt-SPD und Wahlkreisbetreuer der SPD Neuss für Weißenberg. Deswegen setzt die SPD Neuss sich mit ihrem Antrag dafür ein, losgelöst von dem bereits geplanten Regiobahn-Haltepunkt schon jetzt in Gesprächen mit dem VRR die Umsetzbarkeit eines weiteren Eisenbahn-Haltepunktes detailliert zu prüfen. Die Schienen und Eisenbahn-Linien hierfür sind bereits vorhanden, so die Sozialdemokraten.

Mit dem Haltepunkt Neuss-Weißenberg könnte eine zusätzliche Schienenanbindung geschaffen werden, mit der Pendler aus der Nordstadt ohne Umstieg nach Düsseldorf, Krefeld und Köln gelangen. Ein weiterer Vorteil: Die Fahrtzeiten würden sich reduzieren. So würde die Fahrtzeit zwischen Neuss-Weißenberg und dem Düsseldorfer Hauptbahnhof nur knapp elf Minuten betragen, wie die Sozialdemokraten errechnet haben. „Und das könnte auch den Busverkehr zwischen der Neusserfurth und dem Hauptbahnhof und den Autoverkehr Richtung Düsseldorf entlasten“, erklärt Juliana Conti als mobilitätspolitische Sprecherin der SPD Neuss. Ein großer Vorteil aus Sicht der SPD Neuss: Die benötigte Infrastruktur wäre bereits vorhanden. Denn die existierende Eisenbahnbrücke der Bahnstrecke 2610 wird bereits von den Linien des RE 10, (Düsseldorf-Kleve), RB 37 (Neuss-Krefeld) und des RE 7 (Krefeld-Rheine) genutzt: „Ein zusätzlicher Halt könnte die Nordstadt mit dem Schienenverkehr verbinden und das Bahnfahren attraktiver machen“, erklärt Dennis Fink.

Die Kosten für den Bau des Eisenbahn-Haltepunktes könnten nach Einschätzung der SPD Neuss zu 90 Prozent vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) als Auftraggeber der Bahnlinien getragen werden. Die Stadt Neuss müsste „nur” knapp 10 Prozent der Projektkosten übernehmen. „Deswegen möchten wir die Stadt Neuss mit unserem Antrag beauftragen, die Voraussetzungen und die zu erwartenden Kosten in Gesprächen mit dem VRR zu prüfen, damit dann abschließend im Stadtrat das weitere Vorgehen beraten werden kann”, so Jakob Schätzlein. Mit dem zusätzlichen Eisenbahn-Haltepunkt könnte aus Sicht der SPD Neuss jedenfalls ein neues Angebot mit einem großen Fahrgast-Potenzial geschaffen werden.