Simons-Preis Für ein tolerantes und respektvolles Miteinander

Neuss · „Wir alle sind Teil dieses Lebens! Lasst uns endlich aufhören, die Gesellschaft zu spalten!“ Dima Sirota, Koordinator der Synagoge in der Nordstadt, bringt auf den Punkt, weshalb die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) in Neuss zum dritten Mal den Simons-Preis auslobt. Sie will erneut Zeichen setzen für ein respektvolles und tolerantes Miteinander – und gegen Antisemitismus, Ausgrenzung und Rassismus.

Der neue Vorstand der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Neuss freut sich auf Bewerbungen um den Simons-Preis (v.l.): Dima Sirota, Angelika Quiring-Perl und Martin Tillert.

Foto: Kurier Verlag/Rolf Retzlaff

Mitmachen können alle Neusser Bürger: von Privatpersonen, Vereinen und Bürgerinitiativen bis zu Unternehmen, Schulen und sozialen Weiterbildungseinrichtungen. Gewürdigt werden konkrete Maßnahmen und Projekte sowie der langjährige Einsatz im Sinne der Förderung des christlich-jüdischen oder interreligiösen Dialog.

Vor zwei Jahren gab es gleich zwei Preisträger: das Gymnasium Norf (für den vorbildlichen Austausch mit einer Schule in Israel) und die Offene Tür Barbaraviertel (OT) mit ihrer „Dependance“ (für das Engagement bei der Städtepartnerschaft mit dem israelischen Herzliya sowie der Geschichtswerkstatt zum ehemaligen jüdischen Friedhof an der Düsseldorfer Straße). „Wir sind gespannt, wie breit die Themenspanne diesmal bei den Bewerbungen sein wird“, sagt Angelika Quiring-Perl.

Sie wurde vor einigen Wochen zur neuen Vorsitzenden der GCJZ gewählt, Dima Sirota und Martin Tillert sind ihre Stellvertreter. Letzterer ist in der evangelischen Kirche zuhause. „Wie kann es sein, dass wir an unseren Kirchen Infokästen und Hinweisschilder anbringen, ich die Synagoge in der Nordstadt aber nur entdeckt hatte, weil davor ein Polizeiauto Wache hielt?“, bedauert er, weiß aber gleichzeitig: „Die Gemeinden in Neuss sind in engem Dialog und Austausch.“

Dr. Jens Metzdorf, Stadtarchivar und Mitglied im erweiterten GCJZ-Vorstand, macht deutlich: „Antisemitismus gibt es seit 2.000 Jahren mit Ausschlägen nach oben bei wirtschaftlichen Krisen und Konflikten. Wo polarisiert wird, wird der Boden für Antisemitismus von einigen Kräften erfolgreich beackert.“ Es sei eine „Daueraufgabe der Gesellschaft, dagegen zu arbeiten“. Wer mithelfen möchte: Die GCJZ nimmt gerne neue Mitstreiter auf (zurzeit rund 80 Mitglieder, weitere Infos unter cjz-neuss.de).

Die Vergabe des Simons-Preises ist eine der Stellschrauben im Kampf gegen Ausgrenzung und Rassismus. Gefördert werden können langfristige und einmalige Projekte. Belohnt wird das Engagement mit einem Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro.

Bewerbungen mit Beschreibung des Projektes unter Angabe des Ansprechpartners können unter dem Stichwort „Simons-Preis“ bis zum 11. September eingereicht werden per E-Mail an [email protected] oder per Post an die GCJZ, c/o Angelika Quiring-Perl, Tulpenstraße 7a, 41 466 Neuss. Rolf Retzlaff