Der SPD-Parteivorsitzende und Landtagskandidat Heinrich Thiel fordert die Bereitstellung von Tasern für die Polizei im Rhein-Kreis Neuss „Der Taser ist in erster Linie ein Instrument der Deeskalation“

Der SPD-Parteivorsitzende und Landtagskandidat Heinrich Thiel fordert die Bereitstellung von Tasern für die Polizei im Rhein-Kreis Neuss. Nach fast fünf Jahren Pilotbetrieb und der Vorlage wissenschaftlicher Gutachten ist seiner Ansicht nach der Zeitpunkt für eine flächendeckende Einführung in Nordrhein-Westfalen erreicht.

Heinrich Thiel, Landtagskandidat der SPD Neuss.

Foto: JASCHA HUSCHAUER

„Unsere Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten müssen in Sekundenbruchteilen Entscheidungen treffen, bei denen es um den Schutz von Menschenleben geht – und dafür brauchen sie moderne Einsatzmittel”, erklärt er. Die Taser schließen seiner Ansicht nach die Lücke zwischen Pfefferspray und der Schusswaffe und geben der Polizei in gefährlichen Situationen eine zusätzliche Handlungsoption. „Es ist vollkommen unverständlich, warum sich CDU und Grüne im NRW-Landtag immer noch nicht einigen konnten, alle Polizeikräfte mit Tasern auszurüsten und damit besser zu schützen”, kritisiert Thiel.

Auch aktuelle und zurückliegende Einsatzlagen zeigen nach Ansicht des SPD-Landtagskandidaten, wie anspruchsvoll die polizeiliche Praxis ist. So kam es beispielsweise in Kaarst zu einem Einsatz, bei dem ein mit einem Messer bewaffneter Mann durch den Einsatz der Schusswaffe gestoppt werden musste. Solche Situationen verdeutlichten, wie wichtig es sei, der Polizei ein abgestuftes Spektrum an Einsatzmitteln zur Verfügung zu stellen. „Eine solche Situation ist auch für die handelnden Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten eine enorme psychische Belastung – und moderne Einsatzmittel können dazu beitragen, Eskalationen zu vermeiden und Leben zu schützen“, so Heinrich Thiel.

Seit 2021 wird das Distanz-Elektroimpulsgerät (DEIG, umgangssprachlich Taser) in Nordrhein-Westfalen im Rahmen eines Pilotprojekts eingesetzt. Mittlerweile verfügen 18 Polizeibehörden über das Einsatzmittel, während 47 Kreispolizeibehörden, darunter auch der Rhein-Kreis Neuss, bislang nicht damit ausgestattet sind.

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert den flächendeckenden Einsatz. Die inzwischen vorliegenden medizinischen, sozialwissenschaftlichen und rechtswissenschaftlichen Gutachten kommen insgesamt zu einer positiven Bewertung des Einsatzmittels. Das sozialwissenschaftliche Gutachten hebt insbesondere die deeskalierende Wirkung hervor und zeigt, dass bereits die Androhung des Tasers in vielen Fällen ausreicht, um gefährliche Situationen zu beenden.

Auch die Einsatzpraxis bestätigt diese Einschätzung: Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums genügte bis Ende September 2025 in 855 von insgesamt 1.079 Einsätzen bereits die Androhung des Tasers. In diesen Fällen musste der Taser nicht eingesetzt werden. „Diese Zahlen zeigen deutlich, dass der Taser in erster Linie ein Instrument der Deeskalation ist – sein größter Erfolg besteht häufig darin, dass er gar nicht eingesetzt werden muss”, betont Heinrich Thiel. Für den SPD-Parteivorsitzenden und Landtagskandidaten ist dabei klar, dass eine flächendeckende Einführung des DEIG nur unter klaren Rahmenbedingungen erfolgen kann.

„Eine flächendeckende Einführung von Taser kann es nur mit klaren gesetzlichen Einsatzregeln, transparenter Dokumentation sowie einer hochwertigen Aus- und Fortbildung geben”, sagt Thiel. Genau diese Standards würden auch die wissenschaftlichen Gutachten empfehlen. „Nach fast fünf Jahren Pilotbetrieb gibt es keinen sachlichen Grund mehr für weitere Verzögerungen – wer unsere Polizei stärken will, muss ihr moderne und wirksame Einsatzmittel zur Verfügung stellen”, so Thiel.