Heinrich Thiel (37, verheiratet) wurde in Simbabwe im südlichen Afrika geboren. Seine eigene Lebensgeschichte ist geprägt von Aufbruch, Leistungsbereitschaft und dem festen Glauben daran, dass Herkunft niemals über Zukunft entscheiden darf. Heute lebt er in der Neusser Nordstadt. „Dort, wo er nah bei den Menschen ist und ihre Sorgen und Hoffnungen aus erster Hand kennt“, so Franken-Weyers. Seit drei Jahren führt Thiel die SPD Neuss gemeinsam mit Rosemarie Franken-Weyers als Parteivorsitzender. Der studierte Wirtschafts- und Politikwissenschaftler arbeitet zurzeit bei der Wirtschaftsförderung der Stadt Grevenbroich.
Heinrich Thiel sieht sich als „Gestalter und Kümmerer“, führt an, dass er dreimal in Folge als Direktkandidat in seinem Wahlkreis Neusserfurth in den Stadtrat einzog.
Ein zentrales Thema für Heinrich Thiel ist die Schaffung von bezahlbaren Wohnungen. Als Aufsichtsratsvorsitzender des Bauvereins, des größten Neusser Wohnungsbauunternehmens, habe er gemeinsam mit Bürgermeister Reiner Breuer bereits eine entscheidende Umkehr erreicht: Trotz steigender Zinsen und Baukosten seien in den vergangenen fünf Jahren 550 neue bezahlbare Wohnungen gebaut worden. Gleichzeitig stehen jedoch aktuell rund 3.000 Interessenten auf der Warteliste.
„Aus der Wohnraumförderung des Landes NRW hat der Rhein-Kreis Neuss zu wenig Mittel für den Bau von bezahlbarem Wohnraum erhalten“, kritisiert Thiel deutlich. Hier müsse sich grundlegend etwas ändern. Bezahlbarer Wohnraum sei entscheidend für Familienplanung, soziale Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Unter seiner Führung habe der Bauverein bereits begonnen, ohne Gewinnerzielung zu bauen – „ein starkes sozialdemokratisches Signal“, sagt Thiel. Doch auch das reiche noch nicht aus. Für Thiel ist klar: Das Land Nordrhein-Westfalen muss Verantwortung übernehmen.
Neben der Wohnungsbaupolitik setzt Thiel einen Schwerpunkt auf Bildung. „Ein Aufstieg durch Bildung muss gelebte Realität sein“, sagt der ehemalige Gesamtschüler. Eine zeitgemäße Bildungspolitik sei der Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg und ein selbstbestimmtes Leben. Thiel fordert eine deutliche Reduktion der ausgefallenen Unterrichtsstunden sowie einen besseren Zugang ansässiger Betriebe zu den Schulen. Schulen bräuchten mehr Berufsbegleiter, die Schüler entsprechend ihrer Fähigkeiten mit Betrieben zusammenbringen; diese müssten nicht zwingend Lehrer sein. „Wir können es uns nicht erlauben, Potenziale liegen zu lassen“, mahnt Thiel.