Autofahrern auf dem Konrad-Adenauer-Ring dürfte das 150 Quadratmeter große eingezäunte Grundstück bereits aufgefallen sein. Neben der Ackerfläche gibt es Hochbeete, eine Bank lädt zum Verweilen ein, ein 1.000 Liter fassender Wassertank sorgt für kurze Wege beim Gießen, in einem Container befindet sich ausreichend Gartenwerkzeug – auch in kleinerer Version für Kinder geeignet. Dies alles wird ebenso wie die Pflanzen – von Rüben, Kartoffeln und Tomaten bis Mais und Kürbisgewächsen – vom Verein „Acker“ kostenlos zur Verfügung gestellt; der wiederum erhält Zuschüsse vom Bund.
Was soll dieses Projekt bewirken? „Wir träumen von einer Gesellschaft, die Natur und Lebensmittel wertschätzt. Bis 2030 wollen wir es möglich machen, dass jedes Kind den Wachstums- und Wertschöpfungsprozess von Lebensmitteln mit den eigenen Händen erleben kann. Aber auch Erwachsene sollen erfahren, wie wertvoll unsere Natur ist und wie viele Ressourcen in frischem Gemüse stecken – für eine Gesellschaft, die weiß, was sie isst!“, macht Tim Genders, Projektkoordinator GemeinschaftsAcker, deutlich.
Das Besondere an dem Projekt: Es ist für alle Menschen offen, egal ob jung oder alt. Jederzeit kann auf dem Acker und in den Hochbeeten gepflanzt, gegossen, Unkraut entfernt oder einfach nur der hoffentlich üppige Pflanzenwuchs begutachtet werden. Schöner Nebeneffekt: Auf diese Weise kann ein Nachbarschaftstreff entstehen – ein Gewinn für die Anwohner. Doch gerade die halten sich zurzeit zurück, Genders hofft auf mehr „Ackerfreunde“ aus der Nachbarschaft, die locker und ohne zeitliche Festlegung mitgärtnern wollen – ein offenes Angebot für jedermann und -frau. „Ganz aktiv sind die Kita Kappeswiese und die Burgunderschule“, weiß Genders. Sie haben auch gemeinsam die Verkleidung für den Wassertank bemalt. „Wir nutzen den GemeinschaftsAcker gerne als außerschulischen Lernort. Hier können die Kinder zum Beispiel Kräuter kennenlernen und probieren“, sagt Francesca Mölders, Schulsozialarbeiterin an der Burgunderschule. Sowohl Kita als auch Schule besuchen die vom Verein angebotenen Workshops. Auch die Arbeiterwohlfahrt mit Sitz im Further Hof mischt bei der „Feldarbeit“ mit, hat bereits die ersten Kräuter gepflanzt.
Vor rund zwei Jahren wurde der GemeinschaftsAcker an der Engelbertstraße angelegt. Nach drei Jahren – also 2027 – wird das Projekt in andere Hände abgegeben. Hierfür laufen zurzeit Gespräche mit der Stadt, mit BUND und Transition Town. „Die komplette Infrastruktur bleibt stehen und kann weiter frei verwendet werden“, erklärt Genders
Der GemeinschaftsAcker kann übrigens komplett kostenfrei genutzt werden. Auch die Pflanzen werden vom Verein „Acker“ zur Verfügung gestellt. Neben dem gemeinschaftlichen Gemüseanbau nach ökologischen Kriterien gibt es Workshops für Kinder und Jugendliche, regelmäßige Ackersprechstunden zur gemeinsamen Beetpflege und Vermittlung von gärtnerischem Wissen sowie Begegnungsabende.
Weitere Informationen zum GemeinschaftsAcker und zum Verein „Acker“ gibt es unter
www.acker.co/gemeinschaftsacker/Neuss
Direkter Ansprechpartner ist Tim Genders,
[email protected], Tel. 0152/38 46 06 33.