Das miese Geschäft mit dem Dieselklau an Lkw: großer Schaden für Speditionen

Das miese Geschäft mit dem Dieselklau an Lkw: großer Schaden für Speditionen

Es ist eine dreiste Masche, mit der Kriminelle in Sekundenschnelle mehrere Hundert Euro erbeuten. Das Abzapfen von Diesel-Kraftstoff aus Lkw ist laut der Neusser Polizei nichts Ungewöhnliches mehr. Spediteure ärgern sich über den hohen finanziellen Schaden, für den sie meist selbst aufkommen müssen.

Für Holger Grawemeyer startete die Arbeitswoche nach dem Osterurlaub mit einer bösen Überraschung. Der Berufskraftfahrer fand seinen Lkw am Montag, 9. April, vollkommen leergezapft wieder. Dabei hatte er das Fahrzeug auf einem umzäunten, aber eben nicht abgeschlossenen Gelände nahe der Skihalle abgestellt. Weil Grawemeyer schon ahnte, dass sich Krafstoff-Diebe an dem Lkw vergreifen könnten, tankte er den Wagen nicht voll, lediglich 250 statt möglichen 1.000 Liter Diesel waren die Beute der unbekannten Täter. Hoch ist der finanzielle Verlust aufgrund der zwei aufgebrochenen Tankdeckel dennoch. "Ich vermute, dass die Täter mit Brecheisen vorgegangen sind. So ist ein Schaden am Fahrzeug in Höhe von rund 3.000 Euro entstanden", erklärt Grawemeyer. Für diesen kommt jetzt die Versicherung des in Rostock gelegenen Unternehmens auf. Der Verlust des Kraftstoffes wird jedoch nicht übernommen.

Auf Nachfrage der Stadt-Kurier-Redaktion sagt Polizeisprecherin Daniela Dässel, dass Fälle von Kraftstoffdiebstahl am Lkw immer mal wieder vorkommen. "Es ist in Neuss Thema wie in jeder anderen Stadt auch. Hier ist die Infrastruktur mit den vielen Anbindungen zur Autobahn für mutmaßliche Täter sicher besonders reizvoll." Eine genaue Zahl der Straftaten kann die Polizei nicht nennen, da entsprechende Fälle in der Statistik unter dem Punkt "Diebstahl aus dem Kraftfahrzeug" aufgenommen werden. Darunter fallen diverse Taten wie der Klau von Navis, Lenkrädern, Portemonnaies und mehr. Ein Anstieg von Kraftstoff-Diebstahl sei aber immer dann zu verzeichnen, wenn die Spritpreise dauerhaft in die Höhe steigen. Das sei vor etwa zwei bis drei Jahren der Fall gewesen.

In etwa diesem Zeitrahmen gab es in Norf einen besonders schweren Fall von Diesel-Klau. Auf dem damaligen Betriebsgelände des Unternehmens GTL-Neuss Getränke Transport & Logistik wurden in einer Nacht fünf Fahrzeuge abgezapft — insgesamt rund 5.000 Liter Kraftstoff erbeuteten die Täter. Inzwischen geht der Betrieb an einer neuen Adresse weiter — dort kam es bisher zu keinen Straftaten. Thema bleibt die dreiste Masche dennoch. Inhaber Mike Heeb klagt über zwei Vorfälle an Raststätten in der Eifel, nahe Bitburg. "Während unsere Fahrer schliefen, wurden nachts die Tanks angezapft", so der Neusser. Schützen könne man sich gegen diese Vorgehensweise gerade im öffentlichen Raum kaum.

(Kurier-Verlag)
Mehr von Stadt-Kurier