1. Neuss

Rhein-Kreis Neuss: Corona-Management mit neuer Software

Bekämpfung der Corona-Pandemie : Kreisgesundheitsamt: Corona-Management mit neuer Software

Der Rhein-Kreis Neuss setzt auf neue Software bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Seit über einem Monat nutzen mehr als 100 Mitarbeiter des Gesundheitsamtes die Online-Anwendung SORMAS („Surveillance Outbreak Response Management and Analysis System“).

Amtsleiter Dr. Michael Dörr erläutert die Hintergründe: „Bei uns ist die Nachverfolgung von Kontakten und das Durchbrechen von Infektionsketten eine zentrale Aufgabe, und mit Hilfe der Anwendung können wir Kontaktpersonen schnellstmöglich in Quarantäne schicken.“ SORMAS verbindet die Falldokumentation mit der Kontaktnachverfolgung. Durch diese neue Software werden die relevanten Daten innerhalb der Kreisverwaltung nicht mehr in verschiedenen Anwendungen erfasst und gepflegt, sondern stehen als elektronische Akte zur Verfügung.

Ein großer Vorteil: Die Gesundheitsämter anderer Kreise und Städte sowie die Ordnungsämter im Rhein-Kreis Neuss nutzen ebenfalls SORMAS, so dass der Datenaustausch unkompliziert funktioniert. Da das Programm verschiedene Prozesse in Echtzeit erfasst, bietet es zugleich eine gut validierte Datengrundlage. „Wir erhalten zum Beispiel einen noch besseren Überblick über Infektionsketten oder lokale Häufungen von Infektionen – das hilft allen Beteiligten bei der stetigen Risikobewertung“, betont Dörr.

Im Kreisgesundheitsamt hat IT-Experte Tobias Schellhorn von der Stabsstelle Digitalisierung dafür gesorgt, dass die Umstellung vom bisherigen Datenmanagement auf die neue Software erfolgreich funktionierte. Unterstützt wurde er von einem Team vom Gesundheitsamt: Unter der Leitung von Dr. Silvia Eller und Nadine Broisch schulten Daniel Constant, Tim Kosmala, Lena Kremer und Franziska Mones alle Kollegen in der neuen, komplexen Anwendung.

SORMAS erfasst die bestätigten Corona-Fälle und dokumentiert klinische Details oder Laborbestätigungen unter Berücksichtigung des Datenschutzes. Die Anwendung wird vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) zur Verfügung gestellt und wurde ursprünglich zur Überwachung der Ebola-Virus-Epidemie in West-Afrika entwickelt. Ein eigenes Modul für das Corona-Virus ermöglicht eine umfassende COVID 19-Falldokumentation.