1. Neuss

Baugebiet Am Schwarzen Graben findet nicht nur Zustimmung

Geplantes Baugebiet findet nicht nur Zustimmung : Wohnen am Schwarzen Graben?

Für das Areal „Am Schwarzen Graben“ in Rosellerheide-Neuenbaum ist ein Neubaugebiet geplant, um weitere Wohnflächen zu erschließen - und aus der Bevölkerung gibt es nicht nur Zustimmung. Am Samstag will man in den Dialog gehen.

Die Stadt führt in diesem Rahmen ein sogenanntes dialogorientiertes Moderationsverfahren zur Bebauung des Plangebiets durch und lädt für Samstag, 10. Oktober, zwischen 11 und 15 Uhr an vier Stationen im betroffenen Areal zu einer Auftaktveranstaltung ein. Los geht es am Samstag mit Station 1 am Zugang zum Plangebiet an der Neukirchener Straße auf Höhe der Fliederstraße.

Das Areal zwischen Neukirchener Straße und dem Naturschutzgebiet „Schwarzer Graben“ soll bebaut werden. Hierfür möchte die Stadt Neuss in einem Moderationsverfahren, für das die Planungsgesellschaft „scheuvens+wachten“ beauftragt wurde, in den Dialog mit den lokalen Akteuren vor Ort treten und Eckpunkte für eine zukünftige Entwicklung herausarbeiten.

Auch die Anwohner aus Rosellerheide/Neuenbaum sollen zu Wort kommen. Dies soll mit der heutigen Auftaktveranstaltung zum Projekt erfolgen, die unter den Rahmenbedingungen der Corona-Pandemie mit einem besonderen Konzept stattfinden wird.Doch das Bauvorhaben hat nicht nur Fürsprecher. „Am Schwarzen Graben muss grün bleiben!“, das ist das Motto, unter dem sich mehrere Bürger zusammengeschlossen haben.

Die Gründung einer Bürgerinitiative hat begonnen und es wurde eine Onlinepetition gestartet, die schnell viel Zuspruch fand. „Es geht um ein letztes Stück Natur in Rosellerheide/Neuenbaum, eine Freiraum- und Erholungsfläche, geprägt durch Landwirtschaft und ein angrenzendes Naturschutzgebiet, welches bebaut werden soll“, heißt es von den Bürgern. Die Kampagne setzt sich für einen „abgemilderten Kompromiss“ ein. Unter anderem sorgt sich die Initiative auch um zusätzlichen Verkehr in den südlichen Stadtteilen. Bei der Veranstaltung am Samstag sind sie mit von der Partie.

Auch die CDU meldet sich zu Wort. „Wir sprechen uns für eine Begrenzung des Baugebiets ‚Am Schwarzen Graben‘ aus. Eine Bebauung des kompletten vom Planungsbüro Scheuvens und Wachten gezeichneten ,Plangebietes’ von circa 20 Hektar lehnen wir ab“, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Sven Schümann. Der familiäre, dörfliche Charakter von Rosellerheide-Neuenbaum und Rosellen müsste dabei gewahrt bleiben.

„Aus Gründen des Artenschutzes, des Schutzes unseres Trinkwassers und der dringend erforderlichen Klimaanpassung können wir es uns nicht leisten, in einem solchen Umfang wertvolle Fläche zu versiegeln“, betont auch Ingeborg Arndt, Planungspolitikerin der Grünen.

Die Veranstaltung am Samstag verspricht, spannend zu werden! Die Ergebnisse werden auf der Projektwebsite www.am-schwarzen-graben.de zur Einsicht zur Verfügung gestellt. Dort gibt es auch alle Informationen zum Vorhaben. Parallel haben Interessierte dort die Möglichkeit, noch bis 10. November über eine Online-Beteiligung Ideen, Anregungen und Wünsche an die zukünftige Gestaltung des Gebiets einzubringen.