1. Kaarst

Wie die Christdemokraten mehrere hundert Bäume retten wollen

Wie die Christdemokraten mehrere hundert Bäume retten wollen : CDU setzt sich „Baumstark für den Rhein-Kreis“ ein

Ja, was ist denn mit den Christdemokraten los? Mit einem Transparent bewehrt stehen sie vor einem Wäldchen und setzen sich „Baumstark für den Rhein-Kreis“ ein...

Was war passiert? Nachdem sich die Baumschule Schmitz jahrelang gegen das Aufstellen eines Strommastes durch die Firma Amprion auf einem ihrer Grundstücke am Weg „Im Rottfeld“ in Kaarst gewehrt hatte, folgte ein Besitzeinweisungsverfahren; das Recht auf Nutzung des Grundstückes ging auf den Stromnetzbetreiber über. Doch was sollte mit den mehreren hundert Bäumen auf besagtem Feld passieren? Nach langen Verhandlungen zwischen der Baumschule und Amprion stand fest: Die Bäume werden gerodet. Dies erzählte Peter Küsters, Experte für Klimaanpassungsmaßnahmen, beim „Politischen Frühstück“ der Neusser CDU – und das brachte den Parteivorsitzenden Jan-Philipp Büchler auf den Plan. Er wollte die Bäume vor der Rodung bewahren, schlug vor, die „grünen Freunde“ an die Kommunen zu spenden. Gerhard Schmitz stimmte zu, nur die Kosten für Transport und Anpflanzung müssen die Städte selbst tragen. Für die Baumrettungs-Aktion konnte Büchler auch schnell den Kaarster CDU-Chef Christian Horn begeistern. Dieser bemängelte, dass den Städten im Rhein-Kreis keine Mittel zur Verfügung stünden, um die durch die Folgen des Klimawandels eingegangenen Bäume vollumfänglich zu ersetzen. Und jetzt warten in Kaarst mehrere hundert Hainbuchen und Eschen auf Abholung, bis zu 40 Jahre alte und zehn Meter hohe Exemplare, Stammumfang 50 bis 60 Zentimeter, Kosten pro Stück zwischen 8.000 und 15.000 Euro. Amprion wollte eigentlich am kommenden Montag die Bagger anrollen lassen, jetzt hat sie eine Fristverlängerung gewährt: Am 3. Dezember beginnen die Rodungsarbeiten. Bis dahin können die Städte sich bedienen. „Kaarst ist mit dabei, die Technische Beigeordnete Sigrid Burkhart sichtet gerade die Bäume“, hofft Horn, dass zehn bis 15 Exemplare in Kaarst aufgestellt werden können. Rolf Retzlaff