„Nachdem unsere Schüler voller Engagement an dem Projekt mitgearbeitet haben, wurde das MCG sogar als sogenannte Vertiefungsschule – als einzige im Regierungsbezirk Düsseldorf – ausgewählt“, erklärt Lehrer Philip Jesse, der gemeinsam mit seiner Kollegin Tina Gungler das junge Entwicklungsteam unterstützt. Als eine von NRW-weit 25 Vertiefungsschulen erhält das MCG 1.000 Euro für die Verwirklichung verschiedener Projekte.
Die Schülerinnen Lara Kruse, Sabeth Wilberg, Sara Dalkiran (alle 14) und Nisa Karakus (16) gehören zu den 30 Kids, die Visionen einer Schule der Zukunft zusammentragen. Sie haben Schüler nach ihren Wünschen befragt, haben im Rahmen einer Projektwoche die verschiedensten Aktionen durchgeführt. Und es gibt bereits einen ersten Erfolg: „Wir haben erreicht, dass Lernateliers im MCG eingerichtet werden“, freut sich Lara. Und Nisa führt aus: „Wir durften auch die Möbel aussuchen.“ Sabeth weiß: „Es tut gut, zu sehen, dass unsere Anregungen umgesetzt werden. Die Schule ist im Wandel, es tut sich was.“ Sara erklärt: „Wir sammeln Visionen unter dem Motto ,Lernen. Leben. Mitbestimmung. Natürlich achten wir darauf, dass unsere Wünsche in der Realität umsetzbar sind.“
Und wie wollen die Kids ihren Schulalltag verbessern? Von „Revoluzzertum“ sind sie weit entfernt. Die Forderungen reichen von interessanteren Themen im Unterricht (zum Beispiel „Gaming“), mehr Mitwirkungsmöglichkeiten bei Unterrichtsformen (zum Beispiel weniger Frontalunterricht), mehr Rückmeldungen im Unterricht, wie man am besten lernt und einer schöneren Lernumgebung (einige Klassenräume sind in die Jahre gekommen) bis zu mehr Einzel- statt Doppelstunden, einem Basketballkorb auf dem Schulhof, Trinkwasserspendern und überdachten Sitzplätzen auf dem Außengelände. Und es gibt den großen Wunsch nach noch mehr Projektarbeit – ein schönes Beispiel ist die Teilnahme am Programm „Your Vision“. Überhaupt wird im MCG vermehrt auf das Bearbeiten bestimmter Themen in Gruppen gesetzt.
Seit rund einem Jahr tragen die Projektteilnehmer Ideen zusammen. „Es macht Spaß, gemeinsam in einer Gruppe engagierter Schüler an Ideen für eine Schule der Zukunft zu arbeiten“, so Sara. „Wir haben viel Freiraum bei unseren Treffen“, weiß Nisa. „Und mit den Lernateliers haben wir Orte geschaffen, an denen man in Ruhe lernen kann und die nicht den üblichen Charakter von Klassenräumen haben.“
Jetzt geht „Your Vision“ in die heiße Phase. Am 9. Februar stellen die Schüler im Landtag in Düsseldorf ihre Ergebnisse vor. „Danach entscheiden sie selbst, ob sie sich weiter an dem Programm beteiligen“, so Philip Jesse. Für Tina Gungler steht fest: „Das würde ich absolut befürworten. Es sollten auch jüngere Schüler dazukommen, damit wir neue Blickwinkel bekommen, wie wir ihnen das Schulleben leichter machen können.“