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Nazi, Bürgermeister Reiner Breuer, Neuss

D-Amerikanische Gesellschaft fordert Rücktritt von Reiner Breuer : Darf ein Bürgermeister Donald Trump in die Nazi-Ecke stellen?

Bürgermeister Reiner Breuer am SPD-Jungsozialisten-Wahlkampfstand in Neuss: Vom Vizeparteichef Michael Ziege wird er aufgefordert, beim "Dosenwerfen gegen Nazis" mitzumachen. Auf einer Dose ist der Präsident der USA, Donald Trump zu sehen, auf einer Hitler, auf einer anderen Le Pen, Wilders und der ungarische Ministerpräsident Orbán.

Dann noch von Storch, Höcke und Frau Petry von der AfD. Bürgermeister Breuer zeigt sich vergnügt, sagt, dass er schon geworfen habe. Die Ratsherren Vandenfuhr und Ziege werfen nach ihm gegen den "Nazi Trump", dann tritt der hauptamtliche Geschäftsführer der SPD und Arno-Jansen-Wahlkampfmanager Jascha Huschauer in Aktion. Großes Gelächter, die SPD´ler kichern ausgelassen.

Thomas Schommers, Chef der Deutsch-Amerikanischen-Gesellschaft (Foto oben mit Außenminister Gabriel) ist schockiert: "Man muss den amerikanischen Präsidenten nicht mögen, aber er ist demokratisch gewählt. Ich finde es unfassbar, dass Reiner Breuer in seiner Funktion als Bürgermeister einer deutschen Großstadt ihn öffentlich als Nazi bezeichnen lässt und beim Dosenwerfen seiner Partei auf den ,Nazi Trump' mitmacht. Es macht mich traurig und nachdenklich, wenn Träger von öffentlichen Ämtern anwesend sind und dies durch ihr Verhalten gutheißen. Richtig wäre gewesen hier Courage zu zeigen und den Verantwortlichen der eigenen Partei klar und deutlich zu sagen, dass so etwas nicht geht! Alle Betroffenen sollten darüber nachdenken, ob die ihre Ämter nicht zur Verfügung stellen", so Thomas Schommers, dem ein Video über den Vorfall in der Neusser Innenstadt vorliegt.

Viele Neusser verdanken USA ihr Leben

"Es sind Politiker schon wegen geringerer Angelegenheiten gestürzt", so Schommers Auf dem Videofilm ist zu sehen, dass Breuers Ehefrau Ute und der Bürgermeister sich freuen, wie ein Foto samt Dose des "Nazis Trump" mit Bällen beworfen wird. Der Moderator der Aktion, die auch in einer offiziellen SPD-Presseerklärung "Nazi-Kegeln" genannt wird, Michael Ziege (Vizechef der SPD), spricht mehrfach von "Nazis".

"Hier bei uns gibt es 38 amerikanische Unternehmen. In Neuss sorgen 3M, Johnson& Johnson, UPS und andere amerikanische Großunternehmen mit dafür, dass es der Stadt gut geht. Neuss sollte noch in den letzten Kriegsmonaten bombardiert und vernichtet werden. Die USA haben dafür gesorgt, dass dies nicht mehr geschieht und haben vielen Neussern das Leben gerettet und unsere Stadt erhalten. Ich kann Reiner Breuer nicht verstehen." Die Fraktionschefin der CDU, Helga Koenemann zeigt sich vom Verhalten des Bürgermeisters "entsetzt". "Hat er denn keine Berater, wenn er schon kein Gespür hat? Mit Hitler darf niemand verglichen werden. Die Stadt Neuss sollte den schlimmen Vorfall bedauern."

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Frank Möll

Kommentar:

Benno: Fünfe gerade sein lassen!

Ein Kommentar
von Frank Möll

Ich war am Donnerstag bei den Jusos am Nazi-Kegeln-Stand und habe vernünftige, junge Menschen getroffen.
Wir waren uns schnell einig: Höcke geht gar nicht. Orbán ist kalt gegenüber Flüchtlingen, tut aber nichts anderes als heute die SPD/CDU-Koalition in Deutschland, Wilders ein Fiesling, Frau von Storch nervig, und Donald Trump für viele ein schlechter Mensch.
"PopulistInnenkegeln" — ja, das wäre wohl die bessere Bezeichnung gewesen, sagte eine nette Juso-Aktivistin selbstkritisch. Aber "Nazi-Kegeln" hört sich halt besser an. Arschloch-Dosenwerfen, Despoten-Doswenwerfen. Jetzt kamen die Ideen für diese an sich kreative Aktion. Jungsozialisten und Antifa-Freunde müssen so sein.
Aber warum haben Bürgermeister Reiner Breuer, seine kluge Ehefrau und Fraktionschef Arno Jansen nicht "väterlich" oder "mütterlich" mit den jungen Menschen gesprochen: "Hört mal, das geht zu weit. Das können wir so nicht machen? Trump ist kein Nazi. Damit werden doch die wahren Nazis verharmlost?" - Nein, sie ließen es einfach laufen, zeigten allen damit: Wir Amtspersonen sehen den US-Präsidenten eben auch als Nazi an.
Jetzt hat sich Parteichef Benno Jakubassa eingeschaltet und sagt, das "Rechtspopulistenkegeln" die bessere Bezeichnung gewesen wäre, die jungen Leute aber "zuspitzen" dürften, wie es der Stadt-Kurier ja auch tut. Fünfe gerade sein lassen! Okay, Reiner Breuer darf bleiben.

(Kurier-Verlag)