1. Kaarst

Anstieg der Zahl der Corona-Infizierten in Kaarst

Kaarster Corona-Infektionen : Es heißt: wachsam bleiben!

Aktuell liegt die Zahl der Corona-Infizierten in Kaarst bei 23 (Stand: 2. Oktober, 10 Uhr). Ein sprunghafter Anstieg, obwohl Kaarst lange als Krisen-Primus galt. Was war passiert?

Binnen zwei Wochen hatten sich 23 Kaarster mit dem Coronavirus infiziert. Damit ist der Höchststand der aktuell Infizierten aus dem Frühjahr beinahe erreicht. Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus mahnt deshalb zur erhöhten Wachsamkeit und Disziplin: „Die Entwicklung bereitet uns allen Sorge. Wir müssen das Infektionsgeschehen zeitnah in den Griff bekommen, wenn wir einen erneuten Lock-Down in unserer Stadt verhindern wollen. Ich appelliere daher an alle Bürgerinnen und Bürger, das eigene Verhalten zu hinterfragen und die Vorgaben der Corona-Schutzverordnung zu befolgen.“

Mehrere Privatveranstaltungen stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang mit den nun Infizierten. Nienhaus kritisiert das Fehlverhalten deutlich: „Wer sämtliche Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen ignoriert, der geht wissentlich ein Risiko für die eigene und fremde Gesundheit ein. Ich kann den Wunsch nach Normalität verstehen. Für Leichtsinn und Ignoranz habe ich jedoch kein Verständnis.“ Die Verwaltung wird das Infektionsgeschehen in Abstimmung mit dem Kreis-Gesundheitsamt analysieren und gegebenenfalls durch gezielte Maßnahmen gegensteuern.

Dass in Kaarst jedoch vieles richtig läuft, bezeugt nicht zuletzt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, der jetzt im Kaarster Vinzenzhaus ein Schreiben an Landrat Hans-Jürgen Petrauschke überreichte, in der er ihm für die gute Arbeit des Rhein-Kreises Neuss in der Corona-Pandemie dankte. So habe der Landrat von Anfang an großes Engagement für den Kreis und seine Einwohner gezeigt und hierdurch einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie geleistet.

Gesundheitsminister Laumann erinnere sich dabei noch gut an die gemeinsame Ausgabe von Schutzausrüstung an Pflegeeinrichtungen. Der Krisenstab des Kreises unter Leitung von Kreisdirektor Dirk Brügge habe genauso wie die Beschäftigten im Gesundheitswesen und in der Pflege in einzigartiger Weise in der Pandemie unterstützt und damit allen Menschen in Nordrhein-Westfalen einen großen Dienst erwiesen.

„Das Lob des Gesundheitsministers freut mich und macht deutlich, welche tolle Arbeit die Mitarbeiter in der Kreisverwaltung und in den Verwaltungen der Städte sowie der Gemeinde, aber auch alle Beschäftigten im Gesundheitswesen, der Pflege sowie ehrenamtlich Engagierte, die kassenärztliche Vereinigung und die Hilfsorganisationen geleistet haben. Ohne den großen Einsatz wäre es nicht möglich gewesen, die Ausbreitung des Coronavirus so gut in den Griff zu bekommen, wie es uns gemeinsam gelungen ist“, gibt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke das Lob weiter.

Der Rhein-Kreis Neuss wies mit 285,4 Infektionen je 100.000 Einwohner seit Beginn der Pandemie den landesweit elftniedrigsten Wert unter allen 53 Kreisen und kreisfreien Städten aus. Im Bereich der Metropolregion Rheinland gab es nur im Rheinisch-Bergischen Kreis weniger bestätigte Infektionen. „Hierzu hat in erheblichen Maße auch die Disziplin der Bürger beigetragen“, dankt Landrat Petrauschke den Menschen im Rhein-Kreis Neuss, appelliert aber, jetzt nicht nachzulassen: „Die weltweit stark steigenden Infektionszahlen machen deutlich, dass die Pandemie noch nicht überstanden ist. Wir dürfen nicht nachlässig werden und die Erfolge gefährden.“