Polizei und Promis warnen vor Betrügern Gegen Abzocker am Telefon hilft: Auflegen!

Rhein-Kreis-Neuss · Es sind vorwiegend ältere Menschen, die immer wieder auf die dreisten Tricks von Betrügern reinfallen. Die Kampagne „Auflegen“ soll mit Unterstützung einiger Promis aufklären und Mut machen: Wer am Telefon unter Druck gesetzt wird, beendet sofort das Gespräch! Denn Polizei, Banken, Behörden und seriöse Organisationen fordern niemals Geld, Schmuck oder persönliche Daten am Telefon.

Sie machen sich für die Kamapgne „Auflegen!“ stark (v.l.): Gudrun Jüttner (Seniorenbeauftragte der Stadt Neuss), Stefanie Staar (Leiterin des Sozialamtes der Stadt Neuss), Stephanie Pampel (Leiterin des Kommissariats Kriminalprävention und Opferschutz), Holger Lachmann (Beigeordneter für Bürgerservice, Sicherheit und Soziales der Stadt Neuss) und Christian Kampa (Leiter der Kriminalpolizei Rhein-Kreis Neuss).

Foto: Stadt Neuss/Pressestelle Stadt Neuss

„Die Fallzahlen steigen stetig“, weiß Stephanie Pampel, Leiterin des Kommissariats für Kriminalprävention und Opferschutz.

Gängigste Masche sei noch immer der „Schockanruf“: Die vermeintliche Tochter oder Enkeltochter ruft aufgelöst an, die „Polizei“ übernimmt das Gespräch und fabuliert von einem Unfall, den die „Tochter“ verursacht habe; jemand sei zu Tode gekommen, eine Kaution sei fällig, um die Haft abzuwenden. Dabei soll möglichst schnell kräftig Druck aufgebaut werden; so auch, wenn zum Beispiel ein vermeintlicher Polizeibeamter am Telefon rät, den Schmuck zu Hause von Polizeibeamten abholen zu lassen, weil angeblich ein Einbruch drohe – und kurz darauf ruft ein vermeintlicher Staatsanwalt an, der wiederum weiß: „Sie wurden gerade von einem Polizeibeamten angerufen – das ist ein Betrüger, den wir dingfest machen wollen.“ Und dann lässt dieser „Staatsanwalt“ den Schmuck sicherstellen ...

„Jeder kann mal auf dem falschen Fuß erwischt werden und auf eine dieser Maschen reinfallen“, sagt Pampel. „Im Zweifel seien Sie lieber unhöflich!“, rät sie und gibt einige Tipps:

– Keine persönlichen Daten oder Kontoinformationen am Telefon weitergeben.

– Kein Geld oder Schmuck an Unbekannte aushändigen.

– Bei Unsicherheit das Gespräch sofort beenden und selbst bei bekannten Nummern zurückrufen.

– Familienmitglieder über aktuelle Betrugsmaschen informieren.

Bei der Kampagne „Auflegen“ rufen auch Horst Lichter, Wolfram Kons, Rita Süßmuth, Nici Kempermann, Sören Steinhaus und die Räuber zur Vorsicht auf. Deren Appelle gibt es als Plakate und Postkarten.

Sie sind bei der Polizei zu haben unter Tel. 02131/30 00 (bitte sich dann mit dem Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz verbinden lassen) sowie per E-Mail an Stephanie.Pampel@polizei.nrw.de.

„Jeder ältere Mensch sollte eine solche Postkarte neben dem Telefon liegen haben“, so Pampel.

Weitere Informationen, wie man sich vor den Betrügern schützen kann, gibt es auch unter

polizei.nrw/kriminalitaet-9 und

www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug. Rolf Retzlaff