„Napoleons Nordkanal beginnt in Neuss“ ist der Titel des Heftes, erschienen in der Reihe „Rheinsche Landschaften“, Herausgeber ist der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz. Dr. Bernd Bucher, 2. Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des historischen Nordkanals, schätzt besonders „die thematische Vielfalt, wie das Thema Nordkanal aufgearbeitet wird und die historischen Zusammenhänge dargestellt werden“. Von Wasserbautechnik, Kunst und Kultur bis zu Stadtplanung, Naherholung und Tourismus: Dem aufmerksamen Leser werden zahlreiche Aspekte nahegebracht. Der Fokus liegt auf Neuss, aber die literarisch-fotografische Reise führt auch nach Viersen, an die holländische Grenze (wo die einzige Nordkanal-Schleuse zu sehen ist) bis nach Belgien. Schließlich wollte Napoleon den Nordkanal von Neuss nach Antwerpen ziehen, um so Zölle und Abgaben zu vermeiden. 1804 begann der Bau, 1811 wurde er eingestellt. Und so reicht der Nordkanal nur von Neuss bis Venlo, im weiteren niederländischen Verlauf sind aber immer wieder Spuren des geplanten Kanals zu finden.
Ludger Baten, lange Jahre Redaktionsleiter der NGZ, hatte drei Jahre lang unermüdlich recherchiert. „Bis dahin verband ich den Nordkanal lediglich mit dem Sporthafen, dem Epanchoir und dem Kanal entlang der Fietsalle“, schmunzelt er. Zu seinem Redaktionsteam gehören Dr. Bernd Bucher (Hydrologe, stand als Vorstand an der Spitze des Erftverbands), Klaus Karl Kaster (engagiert sich bei den Heimatfreunden Neuss und dem Verein der Freunde und Förderer des historischen Nordkanals in Neuss) und Peter Dieter Schnitzler (ist in der Neusser Nordstadt als ausgewiesener Geschichtsexperte bekannt, erwies sich auch bei der Arbeit an dem Heft als unermüdlicher Rechercheur).
Das Heft „Napoleons Nordkanal beginnt in Neuss“ (Rheinische Landschaften Nr. 62) gibt es zum Preis von 4 Euro im Buchhandel, in der Geschäftsstelle der Heimatfreunde an der Michaelstraße 67 oder per Bestellung an [email protected].
Übrigens: Der eingangs erwähnte Schießstand befindet sich am Scheibenhaus an der Kölner Straße, das aufwendig restauriert als Domizil der Scheibenschützen dient. Den Astronaut hat Fotokünstler Amédé Ackermann zum Schweben gebracht – er schmückt die Unterführung am Friedrich-Ebert-Platz. Und die türkisfarbenen Stelen säumen die rund 100 Kilometer lange Fietsalle entlang des Nordkanals von Neuss bis ins niederländische Weert.