„Lisa verlor Blut aus dem After und hatte auch etwas Schaum vorm Mund“, beschreibt Uppenkamp, wie sich Hündin Lisa am Morgen gequält haben muss. Tags zuvor sei noch alles normal gewesen, auch gefressen hätte Lisa normal. „Das Bluten hörte nicht auf, also bin ich mit ihr sofort in die Tierklinik gefahren – doch da war es leider schon zu spät und man konnte ihr nicht mehr helfen. Der Darm war schon zu kaputt“, so die Rentnerin niedergeschlagen.
Die Ärzte konnten dann nur noch das Leiden des armen Tiers erleichtern und verkürzen. Die Ursache: Scheinbar hatte die zehnjährige Lisa tags zuvor einen Giftköder geschluckt, der Rattengift enthielt, als sie auf der Wiese hinter dem Fußballplatz spazieren war. Und Uppenkamp hat noch von zwei weiteren Hunden gehört, die Anfang Februar ebenfalls dort spazieren und kurz darauf verstorben sind.
Sie kann noch gar nicht so recht fassen, dass ihre geliebte Lisa nicht mehr bei ihr ist. „Ich habe sie damals als Welpe bekommen. Sie war so lieb – ich hatte schon mehrere Hunde, aber so einen lieben Hund habe ich noch nie erlebt – und sie hat auch kaum gebellt. Sie spielte gern mit anderen Hunden und verteilte Küsschen ...“, erzählt die Wahl-Neusserin traurig. „Ihr Tod hat mich wirklich sehr ergriffen.“
Die anderen Hundehalter in der Nachbarschaft seien wütend und würden sich kaum noch trauen, mit ihren Tieren nach draußen zu gehen. „Sie beobachten jetzt jeden Schritt ganz genau“, weiß die Rentnerin. Sie kann einfach nicht verstehen, wie ein Mensch vorsätzlich mit Gift versetzte Köder auslegen kann. Da müsse schon ein sehr starker Wille dahinterstecken, die Tiere loszuwerden, meint sie. „Sowas muss unbedingt bestraft werden!“
Aber das ist leider gar nicht so einfach, denn die Täter ausfindig zu machen ist nahezu unmöglich, wenn man sie nicht auf frischer Tat erwischt. „Wie bei solchen Meldungen üblich waren die Kolleg*innen vom Kommunalen Service- und Ordnungsdienst (KSOD) vor Ort, um der Meldung nachzugehen, haben jedoch keine Köder oder Hinweise darauf gefunden. Daher wurden in diesem Fall auch keine weiteren Schritte eingeleitet“, heißt es von der Stadt, die Meldung über Giftköder im Stadionviertel erhalten hatte.
„Wären tatsächlich Giftköder gefunden worden, würden diese sichergestellt und zudem Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Gegebenenfalls können nach einem Fund auch Warnungen ausgesprochen werden, das wird immer situativ entschieden“, heißt es weiter aus dem Rathaus.
Das Veterinäramt des Rhein-Kreises Neuss rät: „Um ihre Tiere zu schützen, können Halter ihre Hunde nicht unkontrolliert herumlaufen lassen. Bei einem Verdacht, dass der Hund etwas gefressen hat, empfiehlt das Veterinäramt, sofort einen praktizierenden Tierarzt aufzusuchen.“