Im Jröne Meerke und im Stadtgarten vermehrte Gänsepopulation

Forderung der FDP : Gänse im Jröne Meerke bejagen - Gänse-Problem auch im Stadtgarten

„Alle Vögel sind schon da...“ könnte in Zukunft das heimliche Neusser Heimatlied werden...: Unter der Brücke am Hauptbahnhof hausen die Tauben, am Jröne Meerke sorgt die vermehrte Gänsepopulation für Ärger – und auch im Stadtgarten vermehrt sich das Federvieh immens. Mit Blick auf das Jröne Meerke setzt die FDP jetzt auf eine radikale Methode – den Abschuss der Tiere.

Neuss. In den vergangenen Wochen beschweren sich vermehrt Bürger in der Stadt-Kurier-Redaktion über durch Gänsekot verdreckte Wiesen im Stadtgarten. Ein Problem, das im Rathaus bekannt ist: „Seit 2017 strebt die Stadtverwaltung an, den Gänsen das Brüten im Stadtgarten zu erschweren, indem zum Beispiel ein bekannter Brutplatz durch das Aufschichten von Reisighaufen für Gänse unattraktiv gemacht wurde“, erklärt Stadtpressesprecherin Nicole Bungert. Eine Methode, die offenbar Erfolg hat: „Die Population ist bis 2017 gestiegen, seitdem ist sie konstant“, so Bungert. Laut städtischer Zählung leben zurzeit im Stadtgarten (alter und neuer Teil) circa 35 erwachsene Kanadagänse mit 32 Küken.

Seit Jahren ein weiterer beliebter „Gänse-Treffpunkt“ in Neuss ist das Jröne Meerke in der Nordstadt. „Die Okkupation durch verschiedene Gänsepopulationen hat aus diesem Erholungsgebiet für Menschen ein Biotop für Gänse und Enten gemacht“, heißt es in einer Mitteilung der Neusser FDP. Nachdem die SPD in der vergangenen Ratssitzung verschiedene Maßnahmen zur Attraktivierung des Jröne Meerke vorgestellt hatte, reagiert die FDP jetzt mit Kritik: „Bevor Pläne und Konzepte für eine Aufwertung des Jröne Meerke als Erholungsanlage gefordert werden, die Geld und Personalaufwendung kosten, muss als erstes das Problem der Gänse gelöst werden.“ Die Freien Demokraten fordern „wirkungsvolle Maßnahmen zur Vergrämung beziehungsweise Vertreibung dieser nicht heimischen Gänse.“ Falsch verstandener Natur- und Tierschutz habe diese negative Entwicklung begünstigt.

„Die Population von Grau-, Nil- und Kanadagänsen hat in den letzten Jahren, gerade in NRW, besonders stark zugenommen“, stellt der Neusser FDP-Vorsitzende Michael Fielenbach fest und weist darauf hin, dass insbesondere die oben genannten Arten nach der Landesjagdzeitenverordnung NRW auch bejagt werden dürften; die juvenile Nilgans sogar ganzjährig. An den Neckarwiesen würden Dutzende von Jägern beauftragt, um der Überpopulation Herr zu werden, so Fielenbach. Manfred Bodewig, FDP-Fraktionsvorsitzender: „Wenn also Konzepte für die Nutzung des Jröne Meerke als Erholungspark gefordert werden, dann muss als Vorbedingung das Problem der Gänse gelöst werden, alles andere ist nur weitere Flickschusterei.“

„Gemäß Jagdgesetz wäre durchführbar die Jagd auf Kanada- und Nilgans innerhalb der vorgeschriebenen Jagdzeiten – ab 16. Juli – und auf Antrag bei der Unteren Jagdbehörde, da es sich beim Jröne Meerke um einen befriedeten Bezirk handelt, in dem normalerweise nicht gejagt werden darf. Gesetzlich möglich ist auch, bei der Unteren Jagdbehörde einen Antrag zur Aufhebung der Schonzeit für Schneegänse zu stellen, um deren Gelege zu entnehmen oder unfruchtbar zu machen“, so Bungert. Nicht außer Acht gelassen werden dürfe jedoch, dass es grundsätzlich sehr problematisch sei, in stark frequentierten Erholungsgebieten Tiere durch Abschuss zu bejagen. Bungert: „Zudem haben Erfahrungen aus anderen Städten – zum Beispiel Düsseldorf – gezeigt, dass das Bejagen nicht zum gewünschten Erfolg führt.“Rolf Retzlaff

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