1. Neuss

Neuss packt an lud Obdachlose zum Gänseessen ein

Großzügige Spenden hatten das Festtagsmahl für Obdachlose möglich gemacht : „Neuss packt an“ lud wohnungslose Neusser zum deftigen Gänseessen ein

Eine schon traditionelle und bewegende Veranstaltung in der Vorweihnachtszeit, die denen zugute kommt, die am wenigsten haben, ist die Weihnachtsfeier der Obdachlosenhilfe „Neuss packt an – warm durch die Nacht“. Doch wie bei allem anderen in diesem Jahr mussten die Ehrenamtler auch hier wegen der Pandemie neue Wege gehen. Gut, dass sie tatkräftige Unterstützung hatten!

Für das Team von „Neuss packt an“ kam es gar nicht in Frage, den Obdachlosen in Neuss das besinnliche Event in der Vorweihnachtszeit komplett zu nehmen. Und so war schnell klar: Irgendetwas müssen wir tun! Auch wenn in diesem Jahr nicht wie gewöhnlich gemeinsam am Weihnachtsbaum, in Gesellschaft des Nikolaus und mit stimmungsvoller Atmosphäre gefeiert werden konnte, sollten die wohnungslosen Menschen wenigstens auf ein ordentliches Festtagsmenü nicht verzichten müssen!

Constanze Stroeks von „Neuss packt an“ erzählt: „Wir sind zur Übernachtungseinrichtung für obdachlose Männer der Stadt Neuss, der Hin- und Herberge, gefahren, um die Wohnungslosen gleich vor Ort zu einem festlichen Gänseessen mit allem Drum und Dran einzuladen.“ Natürlich waren aber nicht nur die Männer aus der Hin- und Herberge, sondern auch wohnungslose Frauen herzlich willkommen.

Möglich gemacht hatten das die Fleischerei Tockloth und die Gaststätte Lebioda, die sich als großzügige Spender erwiesen und rund 30 Mahlzeiten zubereiteten. Gänsebrust und -keulen, dazu Klöße, deftiger Rotkohl und als Nachspeise Apfelkompott – und es hat sichtlich geschmeckt! „Uns geht es aktuell trotz Corona-Krise gut, da wollte ich einfach etwas Gutes tun“, verrät Günter Tockloth, Initiator der Spende.

Einer seiner Kunden ist bei „Neuss packt an“ aktiv, da fiel die Wahl leicht. Und um gleichzeitig auch noch einem der durch die Pandemie stark gebeutelten Neusser Gastronomen zu unterstützen, lieferte er das Essen nicht selbst, sondern bestellte es bei Lebioda. Oliver Lebioda wiederum wollte Tockloth die Kosten nicht allein tragen lassen und übernahm gleich die Hälfte.

Die Obdachlosenhilfe Neuss packt an hat vor der Hin- und Herberge zum köstlichen Gänseessen geladen. Foto: Kurier Verlag GmbH/Hanna Loll

„Wir freuen uns sehr über die großzügigen Spenden“, betont Stroeks, die bei der Essensausgabe vor den Toren der Hin- und Herberge fleißig mit angepackt hat. Andere Helfer waren zeitgleich mit der Ausgabe von haltbaren Lebensmitteln, etwa Konserven, und Hygieneartikeln – unter anderem auch Mund-Nase-Masken – beschäftigt.

Damit diese regelmäßigen Ausgaben an Neusser Wohnungslose weiter stattfinden können, darf der „Offene Kofferraum“ der Ehrenamtler auf dem großen Parkplatz an der Moselstraße, bei Edeka Haupt, dm, Aldi und Oebel, von Spendern aufgesucht werden. Diese kontaktlose Form der Spendensammlung hat sich während der Pandemie bereits mehrfach bewährt. Hier können Spender Gegenstände, die sie den Obdachlosen zur Verfügung stellen möchten, ganz einfach in einen gekennzeichneten, geöffneten Kofferraum legen. Benötigt werden vor allem abgepackte, möglichst haltbare Lebensmittel aller Art, verschiedenste Hygieneartikel für Herren und alkoholfreie Getränke in kleinen Einheiten (330 bis 500 Milliliter). Jede Spende hilft den Wohnungslosen.