Schulen teilweise seit 1963 mit provisorischen Containern ausgestattet

Sanierungsmaßnahmen an Schulen starten+++Fast 29 Millionen Euro werden investiert : Neusser Schulen teilweise seit 1963 mit provisorischen Containern ausgestattet

Als Provisorien werden sie häufig bezeichnet und sollen an Schulen vorübergehend Platz schaffen. Wenn Kinder aber seit 1963 in Containern unterrichtet werden, kann von Provisorien keine Rede mehr sein.

Ein großes Maßnahmenpaket, unter anderem im Rahmen des Förderprogramms "Gute Schule 2020", soll 2019 an den Start gehen.

16 Schulen im gesamten Neusser Stadtgebiet, von der Karl-Kreiner-Schule (Container erbaut in den Jahren 2002, 2003 und 2018) im Neusser Norden über die Münsterschule in der Innenstadt (Containeranlage steht dort seit 1968) bis hin zur Gesamtschule Norf (seit 2014 und 2018) im Süden der Stadt, sind mit sogenannten "Pavillonanlagen" ausgestattet.

Im Klartext sind das Container, in denen die Kinder des Offenen Ganztags untergebracht werden, die Verwaltung arbeitet und — am häufigsten — Klassenräume platziert sind. Errichtet werden diese Containeranlagen meist provisorisch, sind jedoch nicht selten jahrzehntelang in Benutzung. Spitzenreiter in Neuss ist die St.-Martinus-Schule, an der seit 1963 Container stehen, wie die Stadtverwaltung auf Stadt-Kurier-Anfrage mitteilt.

Auch die Pestalozzischule in Grimlinghausen hat solche Provisorien auf ihrem Gelände. Gebaut wurden sie 1973, 1974, 2004 und neue gibt es in 2019. Die Grimlinghausener CDU-Vertreter Bernd Ramakers, Kreistagsabgeordneter, Dr. Hermann-Josef Baaken und Dr. Johannes Schmitz, beide Stadtverordnete, fordern einen Erweiterungsbau für die Pestalozzischule, wollen die Kinder nicht mehr in Containern unterrichtet wissen.

"In den vergangenen Jahren ist der Stadtteil erheblich gewachsen, die Anwohnerzahl hat sich mehr als verdoppelt", weiß Schmitz, "die Schule ist leider nicht mitgewachsen." Für mehr Menschen müsse eben eine bessere Infrastruktur her. Bauliche Mängel sowie beengte Verhältnisse an der Pestalozzischule und nicht zuletzt die klimatischen Bedingungen in den Containern — für die Christdemokraten ist klar, dass etwas geschehen muss. "Wir fordern, dass die Provisorien durch einen Festbau ersetzt werden", so Baaken.

Im neuen Jahr soll in Neuss viel Geld in die Hand genommen werden, um die Schulen der Quirinusstadt, zum Teil mit Unterstützung des Förderprogramms "Gute Schule 2020", zu sanieren. Rund 500.000 Euro werden in die Kanalsanierung der Pestalozzischule investiert, 115.00 Euro fließen in die Toilettensanierung an der St. Stephanus-Schule Grefrath und auch am Gymnasium Norf werden die Sanitäranlagen auf Vordermann gebracht. Kostenpunkt: 1.359.000 Euro. Hinzu kommt ein Sonnenschutz für 50.000 Euro.

Die Sanierung der Innen- und Außentoiletten am Marie-Curie-Gymnasium soll 540.000 Euro kosten. Auch die Räumlichkeiten für den naturwissenschaftlichen Unterricht werden saniert, wofür rund 2.920.000 Euro aufgebracht werden. Eine Gesamtsanierung der Toilettenanlage zuzüglich Fenster- und Dachdämmung, kostet weitere 240.000 Euro.

Auch am Quirinus-Gymnasium, der Janusz-Korczak-Gesamtschule, der Gesamtschule Nordstadt, der Sekundarschule Neuss Gnadentaler Allee, der Comenius-Schule, dem Alexander-von-Humboldt-Gymnasium sowie dem Abendschulzentrum wird investiert (eine Auflistung der Maßnahmen finden Sie unter diesem Artikel). Insgesamt sollen die Kosten für diese Maßnahmen, die 2019 an den Start gehen, fast 29 Millionen Euro betragen.

Es ist viel zu tun an Neusser Schulen, selbst mit den behelfsmäßigen "Provisorien". Der Kampf der Eltern und Politiker um deren Entfernung geht weiter. Für die Pestalozzischule hat die Koalition aus CDU/Die Grünen schon mal ein Gesamtkonzept bis spätestens Sommer von der Verwaltung gefordert.

Folgende Sanierungsmaßnahmen beginnen in diesem Jahr (Maßnahmen, die vom Förderprogramm "Gute Schule 2020" profitieren, sind kursiv geschrieben):
— St. Stephanus-Schule Grefrath, Toilettensanierung, 115.000 Euro
— Pestalozzischule, Kanalsanierung, 500.000 Euro
— Gymnasium Norf, Toilettensanierung, 1.359.000 Euro, sowie Sonnenschutz, 50.000 Euro
— Marie-Curie-Gymnasium, Sanierung Innen- und Außentoiletten, 540.000 Euro, Sanierung Naturwissenschaften, 2.920.000 Euro, Gesamtsanierung Toilettenanlage zuzüglich Fenster und Dachdämmung, 240.000 Euro
— Quirinus-Gymnasium, Innen- und Außentoilette, 708.000 Euro, Sanierung der Sonnenschutzanlage 750.000 Euro
— Janusz-Korczak-Gesamtschule, Sanierung Turnhalle inklusive Flachdach, 478.000 Euro
— Gesamtschule Nordstadt, Umbau Hausmeister-Haus zur Verwaltung, 366.000 Euro, Sanierung Naturwissenschaften, 245.000 Euro, Umbaukosten Errichtung Gesamtschule Nordstadt (Gesamtsanierung) 15.500.000 Euro
— Sekundarschule Neuss Gnadentaler Allee, Fassadensanierung, 550.000 Euro
— Comenius-Schule, Fenstererneuerung, Elektro, Toiletten, 3.774.000 Euro, Dachsanierung, 220.000 Euro
— Alexander-von-Humboldt-Gymnasium und Abendschulzentrum, Kanalsanierung Schmutz- und Regenwasser, 260.000 Euro
— Gymnasium Norf, Sanierung Abhangdecke und Nebenräume der Turnhalle, 90.000 Euro, Brandschutztüren, 312.500 Euro