Seit 2021 gehört der Niedergermanische Limes zum UNESCO-Welterbe. Neuss nimmt dabei eine besondere Stellung ein: Als einziger Standort am Niedergermanischen Limes verfügte Novaesium über zwei Militärlager; damit zählt es zu den bedeutendsten römischen Orten Deutschlands.
„Unser römisches Erbe ist ein großes Potenzial für Neuss. Es stärkt unsere Stadtmarke, schafft Identifikation für die Bürgerinnen und Bürger und macht Neuss für Besucher noch attraktiver. Andere Städte beneiden uns um diese Geschichte. Deshalb dürfen wir unsere römischen Wurzeln nicht länger verstecken, sondern müssen sie selbstbewusst präsentieren“, erklärt der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Stefan Crefeld. Die CDU setzt sich deshalb bereits seit Jahren dafür ein, die römische Geschichte stärker sichtbar zu machen.
Mit dem jetzt vom Rat beschlossenen Vermittlungskonzept soll das UNESCO-Welterbe erlebbar werden. Entlang der Kölner Straße sollen begehbare Plattformen, Informations- und Hörstationen, Rekonstruktionen sowie digitale Angebote entstehen. „Das Castrum Novaesium ist UNESCO-Welterbe. Von diesem bedeutenden Bodendenkmal ist kaum etwas zu sehen. Deshalb brauchen wir Rekonstruktionen und moderne Formen der Vermittlung, damit Geschichte wieder erlebbar wird“, so der Gnadentaler Stadtverordnete Stefan Müller. „Gerade angesichts der angespannten Haushaltslage soll die Umsetzung des Vermittlungskonzepts möglichst umfassend über Dritt- und Fördermittel finanziert werden.“
Ein erster Erfolg ist aber schon erreicht: Die Abgüsse römischer Steindenkmäler am historischen Rundgang in Gnadental, der 1984 anlässlich der 2000-Jahr-Feier der Stadt angelegt worden war, wurden fachgerecht gereinigt und wieder farbig bemalt. „Die Restaurierung zeigt eindrucksvoll, wie farbenprächtig römische Denkmäler ursprünglich gewesen sind. Die neue Gestaltung ist fachlich überzeugend und macht den historischen Rundgang wieder zu einem echten Blickfang“, sagt der Historiker und Kreistagsabgeordnete Dr. Johannes Schmitz.
„Wer Geschichte sichtbar macht, stärkt auch das Bewusstsein für die eigene Heimat. Die Restaurierung des historischen Rundgangs ist ein wichtiger erster Schritt. Jetzt erwarten wir, dass das vom Rat beschlossene Vermittlungskonzept zügig umgesetzt wird und das UNESCO-Welterbe Novaesium dauerhaft einen angemessenen Platz im Stadtbild erhält“, machte Bernd Ramakers als Vorsitzender des Bezirksausschusses von Gnadental, Grimlinghausen und Erfttal deutlich. „Dabei geht es nicht nur um Denkmalpflege und Tourismus, sondern auch um Bildung. Die römische Geschichte und das Legionslager Novaesium gehören seit Jahrzehnten zum Unterricht an den Neusser Schulen. Umso wichtiger ist es, dass Schülerinnen und Schüler Geschichte künftig nicht nur aus Schulbüchern kennenlernen, sondern sie unmittelbar an ihrem historischen Entstehungsort erleben können.“