1. Neuss

Gefahrenstelle Kurve: Anwohner der Pomona fordern Hilfe von der Stadt

Anwohner der Pomona fordern Hilfe von der Stadt : Gefahrenstelle Kurve: Elterntaxen, Raser und Co.

Rasende Autofahrer, hektische „Elterntaxen“, Falschparker – die Anwohner der Pomona haben ein dickes Problem mit dem Straßenverkehr gleich zu Beginn der Straße an der Einmündung der Weberstraße. Thomas Kaumanns (CDU) möchte helfen.

Obwohl ein Straßenschild an der Einfahrt in die Pomona die Straße als 30er-Zone ausweist, würden sich gerade in der Kurve viele Autofahrer nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten – so klagen die Anwohner. „Das ist gefährlich! Die Kurve ist nicht leicht einzusehen und die Straße verjüngt sich hier sogar noch“, macht beispielsweise Gudrun Schnitzler die Probleme deutlich. Eine Nachbarin ergänzt: „Allein in den ersten paar Häusern gleich hinter der Kurve wohnen zehn Kinder!“ Die müssten beim Spielen draußen extrem vorsichtig sein.

Schon vor vier Jahren hatte sich die Nachbarschaft daher an das Amt für Verkehrslenkung gewandt, die daraufhin eine Geschwindigkeitsmessung vorgenommen haben. Auf Nachfrage vom Stadt-Kurier heißt es seitens der Stadt:

„Bisherige Messungen gaben keinen besonderen Anlass für verkehrsberuhigende Maßnahmen. Negativ wirken sich in der Erinnerung der Anwohner die vereinzelt (zu) schnellen Fahrzeuge aus.“ Verkehrsberuhigend in der Straße würden sich in erster Linie die parkenden Fahrzeuge und die Rechts-vor-Links-Regelung auswirken, so das Presseamt der Stadt und weiter: „Allerdings sind in den vergangenen Monaten nur wenige Fälle erfasst worden – es war ja auch kaum Schulbetrieb.“

Die Anwohner halten dagegen: „Die Messung 2016 wurde an ganz anderer Stelle auf der Straße vorgenommen und deckte den Kurvenbereich gar nicht ab!“ Daher strengten sie eine neue Messung an. Schnitzler: „Der Erftlauf auf der Ludwig-Wolker-Anlage im November war für mich ausschlaggebend. Wer teilnehmen wollte, konnte sich bis zu einer bestimmten Frist noch kurz vorher anmelden. Da war auf unserer Straße die Hölle los.“

Die Gefahrenstelle. Foto: Kurier Verlag GmbH/Hanna Loll

Daraufhin habe die Stadt im Januar einer weiteren Messung zugestimmt – bisher sei allerdings nichts passiert. Also wandte sich die Nachbarschaft an Thomas Kaumanns (CDU). „Im Mai habe ich bei der Stadt nachgehakt mit dem Ergebnis, dass die Messung bis Ende Juni vorgenommen werden soll. Das ist aber leider immer noch nicht geschehen“, erklärt der Christdemokrat.

Die Stadt verspricht: „Nach den Ferien werden wir den Bereich intensiver beobachten. Mit einem neuen Geschwindigkeitsmessgerät können wir nun auch weiter in den Kurvenbereich hinein messen. Weitere Maßnahmen sollten in Abhängigkeit von den neuen Messergebnissen im Dialog mit den Anwohnern erörtert werden.“ Grundsätzlich gebe es in dem Kurvenbereich nur wenige Fußgängerquerungen, diese würden eher an der Einmündung Weberstaße stattfinden. „Auch die Sichtverhältnisse sind gut“, erklärt die Stadt.

Die Anwohner wünschen sich dennoch geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen wie eine Bremsschwelle oder Blumenkübel und mehr Kontrollen durch das Ordnungsamt, um die Falschparker aus dem Kurvenbereich zu vertreiben.

Um der Elterntaxen Herr zu werden, hat Thomas Kaumanns eine andere Idee: „Man könnte einen sogenannten ,Kiss+Ride-Parkplatz’ einführen, auf dem die Eltern ihre Kinder gesammelt abliefern und wieder einsammeln können. Flächen sind dafür genügend vorhanden.“ Die Stadt hält diese Lösung für nicht zielführend. „Dadurch würden die ,Elterntaxen’ auch noch offiziell in das Wohngebiet reingeholt, Kiss+Ride spielt sich vor allem im Bereich Jean-Püllen-Weg ab, dort besteht dann auch eine signalgeregelte Querungsmöglichkeit über die Weberstraße.“

Jetzt bleiben erst einmal die Messungen und der erneute Diskurs zwischen Verkehrsamt und Bürgern abzuwarten. „Hoffentlich kommt endlich Bewegung in die Sache!“, so die Anwohner.