Jazzstadt Köln

Jazzstadt Köln

Jazz wird in Köln groß geschrieben. Zahlreiche hochkarätige Spielorte, renommierte Musikerkollektive und Konzertreihen sowie ein außergewöhnliches Engagement der Musiker zeichnet die Kölner Szene aus.

Das Label "Jazz aus Köln" hat weltweit ein exzellentes Image.

"Jazz is not dead, denn der Jazz in Köln ist lebendiger denn je und wir sind stolz auf eine der innovativsten, viel beachteten und vitalsten Szenen für Jazz und aktuelle Musik weltweit", lies Dr. Urs Benedikt Müller, einer der Vorstände der Kölner Jazzkonferenz, anlässlich des Launches des Onlineportals der Kölner Jazzszene im Sommer 2018 verlauten. Und tatsächlich: Die Domstadt hat einiges zu bieten in Sachen Jazz. So wurde zum Beispiel der erste Hauptfachstudiengang Jazz an einer deutschen Musikhochschule überhaupt hier etabliert, es gibt ein herausragendes Jazzprogramm im WDR sowie im Deutschlandfunks (Jazz Live, JazzFacts und Milestones) und auch der Stadtgarten hat sich zum Europäischen Zentrum für Jazz gemausert.

Ein wichtiger Startschuss für die heute so lebendige Szene fiel bereits 1957: Da richtete der WDR ein Jazzorchester ein, dass so erstklassig war, dass es bald schon internationale Jazzgrößen anlockte. 1958 dann wurde an der Hochschule für Musik und Tanz Köln eine Jazzklasse etabliert, aus der viele hochkarätige Musiker hervorgingen. Dazu zählten zum Beispiel Manfred Schoof oder ein Alexander von Schlippenbach, die mit ihrem "Free Jazz" maßgeblich zur Emanzipation des Jazz aus Europa von den amerikanischen Vorbildern beitrugen. Seit 1978 kann man an der Kölner Musikhochschule gar ein vollwertiges Jazzstudium absolvieren. Im gleichen Jahr wurde die "Initiative Kölner Jazz Haus" (IKJH), das musikereigene Label JazzHausMusik (JHM) sowie die Offene JazzHaus Schule (OJHS) gegründet und das legendäre Kölner JazzHaus Festival in der Aula der Musikhochschule veranstaltet. Ziel war, einen Saal für Konzerte und ein Studio zur Plattenproduktion zu haben. 1986 eröffnete der Kölner Stadtgarten und lies diese Träume Realität werden.

Heute ist der Stadtgarten ein "Europäisches Zentrum für Jazz und aktuelle Musik" verwandelt worden und bekommt von der Stadt Köln und vom Land Nordrhein-Westfalen jährlich eine Förderung in Höhe von 600.000 Euro.
Auch das Loft in Ehrenfeld ist eine wichtige Jazzlocation, beachtliche Jazzkonzerte kann man aber auch auf der Messe Köln, im berühmten Subway und dem Gürzenich besuchen. Es gibt viele spannende Kollektive, vom Jazzkollektiv Köln, KLAENG über IMPAKT "Improvisation & aktuelle Musik Köln" bis hin zu jungesloft. Und auch der WDR fördert weiterhin den Jazz, zum Beispiel durch Initiativen wie "WDR 3 Campus Jazz" oder den jährlich verliehenen WDR Jazzpreis.

Zu den aktuell überregional beachteten Studienabgängern der Musikhochschule gehört zum Beispiel der Jazzpianist Sebastian Gahler. Er ist dem Jazz in unterschiedlichsten Zusammenhängen verbunden. Der Förderpreisträger der Stadt Düsseldorf ist Gründungsmitglied der IndigoJazzlounge und in verschiedenen Gremien und Vorständen aktiv. Mit seinem Quartett startet er nicht nur in Köln, sondern auch überregional so richtig durch. So hat er nicht nur im Tanzbrunnen, im Stadtgarten, im Gürzenich, in der Philharmonie Köln oder im Schokoladenmuseum gespielt, sondern ist ein international gebuchter Musiker. Letzte Konzerte führten ihn unter anderem nach Paris und Venedig. Die Sängerin seines Quartetts, Aniko Kanthak, ist zudem seit 2018 Dozentin für Songwriting an der Kölner Musikhochschule.

Zusammen mit Berlin gilt die Kölner Community heute also als die größte deutsche Jazzszene. Die WDR Bigband kann gar als eine der renommiertesten Bigbands der ganzen Welt bezeichnet werden.

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