Prinz Michael II. und Novesia Cindy I. Feldmann „Jede Menge Freude, schönes Wetter und vor allem viele Menschen!“

Neuss · Den Neusser Karnevalsprinz Michael II. und Novesia Cindy I. Feldmann mitten im Sessions-Endspurt für ein Interview zu erwischen, war gar nicht mal so leicht, denn die zwei sind fast rund um die Uhr im Namen der Narretei unterwegs. Was man ihnen aber gleich angemerkt: Sie nehmen jeden Termin voller Freude und Elan wahr, saugen alles in sich auf. „Prinzenpaar ist man nur einmal im Leben. Da ist man dann mit 100 Prozent dabei!“, schwärmt Michael II. Im Stadt-Kurier-Interview erzählen die Tollitäten von Höhepunkten, Unterstützern und jecken Zukunftsplänen.

„Prinzenpaar ist man nur einmal im Leben!“: Prinz Michael II. und Novesia Cindy I. Feldmann genießen „ihre“ Session in vollen Zügen. Im Stadt-Kurier-Interview plaudern sie darüber, was sie bereits erlebt haben und was noch vor ihnen liegt.

Foto: Michael Ritters

Der Höhepunkt der Session rückt in großen Schritten näher. Was war für Euch das Highlight Eurer Zeit als Prinzenpaar der Stadt Neuss?

Novesia Cindy I.: Ein großes Highlight war auf jeden Fall unsere Proklamation – das war ein unvergesslicher Abend! Aber eigentlich kann man das nicht definieren. Egal ob große Veranstaltungen, kleine oder irgendwas dazwischen: Sie haben alle ihren ganz eigenen Charme und alles hat Spaß gemacht!

Ging auch mal irgendetwas schief?

Prinz Michael II. (lacht): Ich wollte eigentlich Orden verteilen und habe mich stattdessen frühzeitig selbst verabschiedet. Das war auf der Ehrenkettenverleihung von Andreas Radowski. Ich habe auf der Bühne zum Publikum gesprochen und mich versehentlich verabschiedet. Natürlich habe ich im Anschluss dann doch noch die Orden verteilt...

Viele Neusser kannten Euch schon vor Eurer Zeit als Prinzenpaar der Stadt Neuss – nämlich als Schützenkönigspaar der Neusser Furth 2023. Konntet Ihr zwischen diesen beiden Würden große Unterschiede ausmachen?

Cindy: Das kann man wirklich überhaupt nicht miteinander vergleichen.

Michael: Als Prinzenpaar hat man geballt sehr viel mehr Termine als als Schützenkönigspaar. Bis heute hatten wir schon über 100 Termine als Prinzenpaar, in den kommenden Tagen kommen noch über 50 dazu (das Interview wurde am 6. Februar geführt, Anm. d. Red.). Seit Anfang Januar wird es stetig mehr, es ging los mit durchschnittlich zwei bis drei Terminen am Tag, bis Aschermittwoch können es aber auch mal bis zu zehn am Tag werden.

Kann man die Session denn noch genießen, wenn man so viele Termine wahrnimmt?

Cindy: Ja, auf jeden Fall! Wenn man einen Raum oder eine Bühne betritt und in die strahlenden Gesichter schaut, sieht, wie viel Freude man dort reinbringt – das gibt einem jedes Mal unglaublich viel!

Ihr hattet noch vor Eurer Proklamation im Stadt-Kurier-Interview verraten, dass Euch die „Völkerverständigung“ zwischen Narren und Schützen besonders am Herzen läge. Wie lief das Ziel, die Brauchtümer zu vereinen?

Cindy: Das lief super! Nicht zuletzt auch bei der Party „Zesamme doll – Jeck trifft Schütze“ im Schwatte Päd. Auch wenn es natürlich fraglich ist, ob jetzt die Schützen obendrein aktiv Karnevalsluft schnuppern werden oder andersherum.

Michael: Viele sind auch schon vorher brauchtumsübergreifend unterwegs, in Schützenzügen und in Karnevalsvereinen aktiv. Aber das betrifft hauptsächlich Männer. Einer der größten Unterschiede zwischen Karneval und Schützenwesen ist natürlich der Anteil aktiver Frauen, der im Karneval sehr viel größer ist. Ich glaube, wenn man diese Grenze im Schützenwesen öffnen würde, würden sich auch dort viele Frauen aktiv einbringen.

Prinz Michael II. und Novesia Cindy I. Feldmann haben sich als Schützenkönigs- und Prinzenpaar einen Namen in Neuss gemacht.

Foto: Michael Ritters

Cindy, wie unterschiedlich hast Du Deine Rolle als Novesia wahrgenommen im Vergleich zur Schützenkönigin?

Cindy: Das war wirklich ein Unterschied. Auch Schützenkönigin zu sein, war schön, aber als Novesia hatte ich das Gefühl, richtig gehört zu werden und etwas vermitteln zu können, was mir wichtig ist. Ich konnte Herz zeigen.

Traditionell verzichtet die Novesia auf Geschenke und Blumen und bittet stattdessen um Spenden für einen guten Zweck – Du hattest Dich für die Neusser Tafel entschieden. Wie lief die Aktion?

Cindy: Viel möchten wir dazu noch nicht verraten. Nur so viel: Es lief richtig gut! Wir sind zufrieden!

Michael: Seit Ende Januar sind auch die 1.000 Spendenpins, die wir zum Preis von je 5 Euro verkauft haben, restlos ausverkauft. Der gesamte Erlös kommt ebenfalls der Tafel zugute. Der letzte Pin wurde bei der Party im Schwatte Päd für 165 Euro versteigert.

Jetzt steht Kappessonntag vor der Tür. Worauf freut Ihr Euch am meisten?

Cindy: Jede Menge Freude, schönes Wetter und vor allem viele Menschen!

Wenn Ihr Richtung Aschermittwoch blickt, tut Ihr das dann mit einem weinenden und einem lachenden Auge?

Cindy: Definitiv ja! Wir haben viele tolle Menschen getroffen, so viele schöne Tage verbracht. Aber so schön die Zeit auch war – und die kommenden Tage noch sein werden –, sind wir doch froh, mal wieder ein wenig zu uns selbst zu kommen.

Michael: Und Aschermittwoch ist für uns ja auch noch nicht das Ende gekommen: Von Mittwoch bis Sonntag fliegen wir nach Teneriffa und feiern dort als Neusser Prinzenpaar einen der größten Karnevale weltweit mit. Am Samstag werden wir im dortigen Umzug in einem Cabrio mitfahren und Kamelle werfen, begleitet von unserer Adjutantin Michelle Müller sowie Marco Roeb und Laura Kievits.

Das klingt nach einem tollen Abschluss! Habt Ihr noch andere närrische Zukunftspläne?

Michael: Ich bin ja schon jetzt bei den Senatoren der Blauen Funken, die eher als Förderer und Gönner denn als Aktive fungieren. Dort möchte ich mich künftig noch intensiver einbringen.

Cindy: Und ich werde langsam meine Fühler ausstrecken, wohin ich mich karnevalistisch orientieren möchte...

Noch ein paar letzte Worte, bevor es in den Endspurt geht?

Michael: Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz ausdrücklich bei allen Garden, Vereinen, dem Karnevalsausschuss und der gesamten Prinzencrew sowie allen Karnevalisten für die große Unterstützung während unserer Zeit als Prinzenpaar bedanken! Wir sind auch sehr froh, den einen oder anderen noch näher kennengelernt zu haben. Und ganz besonders wichtig ist uns außerdem der Dank an unsere Adjutanten Norbert Rademacher und Rainer Göttges sowie unseren Adjutantinnen Nicole Göttges und Michelle Müller, die uns mit Rat und Tat jederzeit zur Seite standen. Vielen Dank, dass Ihr unsere Zeit als Prinzenpaar der Stadt Neuss so unvergesslich gemacht habt!

Der Stadt-Kurier wünscht Euch viel närrische Freude in Eurem Sessions-Endspurt!

Das Interview führte Hanna Glinski